WDR 4 Mein Dorf: Merfeld

Die Dülmener Wildpferde

WDR 4 Mein Dorf: Merfeld

Von Dennis Burk

890 erstmals als "Merfeldon" urkundlich erwähnt, heisst der Ort heute Merfeld. 2000 Einwohner wohnen in dem Dorf, das seit 1975 zur Stadt Dülmen im Kreis Coesfeld gehört. Ein Leben zwischen A43 und A31 – dabei ist Merfeld mehr als nur ein Ort mit einer Durchgangsstraße.

Wer aus dem südlichen Kreis Borken nach Münster pendelt, kennt Merfeld vom "Durchfahren" und spielt vielleicht dann auch "MerfeldBingo". Dieses Spiel hat vor vielen Jahren ein Busfahrer der Schnellbuslinie Bocholt – Münster erfunden. Es geht ganz einfach: Vor dem Ortseingang tippt jeder, wieviele Personen, die sich aus eigener Kraft an der Durchgangsstrasse und den Seitenstrassen von Merfeld befinden. Am Ortsausgang steht der Gewinner samt Ruhm und Ehre fest.

Den Hof der Familie Winkelmann wird man von der Bundestrasse nicht wirklich sehen. Die Familie hat 2013 auf Ökolandwirtschaft umgesattelt. Angebaut werden zum Beispiel nicht nur Erbsen und Kürbisse, sondern auch Hanf. Der wird für die Verarbeitung von Hanföl angebaut und hat keine berauschende Wirkung, wie man vielleicht vermuten würde.

Was dagegenen glasklar ist: Das Münsterland ist "Pferdeland". Und hier im Merfelder Bruch lebt Europas letzte Wildpferdeherde: Die Dülmener Wildpferde. Im Auftrag des Herzogs von Croy kümmert sich Försterin Frederike Rövekamp darum, dass die 400 Wildpferde mit braun- oder graufalber Färbung frei leben können. Auch eine tierärztliche Behandlung gibt es für die Tiere nicht.

Und wenn wir schon zu Besuch im Münsterland sind, dann müssen wir natürlich auch über die Gartenkultur sprechen. Denn der Münsterländer hält viel von seinem Garten, hegt und pflegt ihn. Thomas Thiemann baut seinen Garten sogar "bienenfreundlich" um, damit seine 200.000 Bienen, die rund ums Haus in verschiedenen Völkern wohnen, es sich gemütlich machen können. Immer frischer Honig beim Gründungsmitglied der Imkerfreunde ist garantiert.

Merfelds Geschichte ist ganz stark mit dem Torfabbau verbunden. Mit der Gründung der Merfeld Aktiengesellschaft 1923 wurde eine neun Kilometer lange Torfbahn gebaut. Denn der Torf musste vom Abbaugebiet zum Bahnhof gebracht werden. Für Kinder war das Torfabbaugebiet und die Torfbahn ein riesiger Spielplatz, an die sich Rentner wie Justin Maasmann gerne erinnern. 

Merfeld

WDR 4 Mein Dorf 10.09.2021 11:49 Min. Verfügbar bis 10.09.2022 WDR 4 Von Dennis Burk


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Stand: 03.09.2021, 14:41