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Skulpturen "Menschenkinder" der Klever Künstlerin Anne Thoss an der Erinnerungsroute "75 Jahre Freiheit"

Kranenburg am Niederrhein

Stand: 12.09.2022, 09:22 Uhr

Zwischen den Niederungen der Düffel und den Höhenzügen des Klever Reichswalds liegt Kranenburg, direkt an der niederländischen Grenze. Hier stehen die monumentalen Skulpturen der grenzüberschreitenden „Erinnerungsroute“ und überall tummeln sich Störche.

Von Petra Krüll

Kranenburg am Niederrhein

WDR 4 Mein Dorf 12.09.2022 11:26 Min. Verfügbar bis 23.09.2023 WDR 4 Von Petra Krüll


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1995 hat man sich, nach über 50 Jahren "Storchenabstinenz", um ihre Wiederansiedlung gekümmert. Der erste Nachwuchs kam 1996 zur Welt. Mittlerweile leben rund 50 Storchenpaare in Kranenburg.

Was für Autofahrer die "Grüne Welle" ist, sind für die Fahrradfahrer zwei Fahrrad-Ampeln. Sie befinden sich auf der "Europa-RadBahn". Das ist ein drei Meter breiter, beliebter Radweg für Touristen und Berufspendler, der Kleve mit Nimwegen verbindet und dabei auch durch Kranenburg führt. Radfahrer, die mit ungefähr 14 Stundenkilometern unterwegs sind, erkennt eine Wärmebildkamera und schaltet, dank ausgeklügelter Technik, die Ampel an der nächsten Kreuzung auf "Grün".

Historisches erfährt man bei einer Klompenführung mit Tjeerd Westerhof. Der Niederländer führt Gruppen in Holzschuhen durch die wunderschöne historische Altstadt mit ihrem Wahrzeichen, dem Mühlenturm, dem Museum im Katharinenhof und der Dorfscheune. Dort taucht man in frühere Handwerkswelten ein. Nebenbei erfahren die Teilnehmer einiges über die Geschichte der Klompen.

Erinnerungsroute "75 Jahre Freiheit"

Empfehlenswert ist auch die "Erinnerungsroute 75 Jahre Freiheit". Der sechs Kilometer lange Wander- und Radweg führt durch heute friedliche Natur und wurde 2020, genau 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, eingeweiht. Infotafeln mit QR-Codes, die zu Interviews mit Zeitzeugen führen, und monumentale Skulpturen der Klever Künstlerin Anne Thoss erinnern an die Jahre 1944 und 1945, als zwischen Kranenburg und den Niederlanden fünf Monate die Front verlief. Damals mussten viele Deutsche und Niederländer Hals über Kopf ihr Zuhause verlassen.

Ein Muss für jeden Kranenburg-Besucher ist eine Fahrt mit der Grenzland-Draisine. Mit den Fahrraddraisinen fährt man auf den Schienen der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Kranenburg und Kleve oder zwischen Kranenburg und dem niederländischen Groesbeek hin und her. Zwei Mitfahrer treten dabei in die Pedale, während sich zwei weitere auf einer Bank dazwischen entspannen können. Es gibt sogar eine Draisine, auf der Rollstuhlfahrer Platz nehmen können. Größere Gruppen fahren in sogenannten "Club-Draisinen". Dafür sind vier Radfahrer notwendig, die bis zu zehn Mitfahrer anschieben.

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