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WDR 4 Mein Dorf: Hinsbeck

Zwei der "Friends Of British Royalty"

WDR 4 Mein Dorf: Hinsbeck

Von Petra Krüll

Eigentlich gilt in Hinsbeck, wie überhaupt am gesamten flachen Niederrhein, der Satz "Man sieht morgens schon, wer abends zu Besuch kommt". Dennoch wird Hinsbeck "Bergdorf“"genannt und die Gegend drumherum "Hinsbecker Schweiz".

Das hat mit Erdverschiebungen in der Eiszeit zu tun, durch die die Hinsbecker Höhen und die Krickenbecker Seen entstanden sind. Der Beiname, aber natürlich auch die wunderschöne Landschaft, haben dem beschaulichen Dorf in den 1930er bis 1960er Jahren jede Menge Touristen beschert. Auch heute noch ist Hinsbeck ein Naherholungsort, den es zu erkunden lohnt. Ende 2021 wurde der "Jubiläumspark" eingeweiht. Hinsbecker Privatleute, Vereine und Firmen haben dafür 50 Bäume gespendet. Anlass war das 50jährige Stadtjubiläum von Nettetal, zu dem Hinsbeck gehört.

Das Hinsbecker Wahrzeichen ist aber die Stammenmühle, einst von Michael Stammen erbaut. Sie ist immer noch im Familienbesitz, denn sie gehört Stammens Ur-Urenkelin Anne und ihrem Mann Bernhard Zanders, der in der Mühle seit über einem Vierteljahrhundert eine Geigenbauwerkstatt betreibt.

"Friends of British Royalty"

In der obersten Etage der Mühle haben die "Friends of British Royalty" ihr Clubzimmer eingerichtet: mit Portraits der Queen und von Prince Charles, historischen Pfeifen und einer stattlichen Whiskysammlung. Dort treffen sich alle zwei Wochen sieben Gentlemen aus Hinsbeck in schwarzem Anzug mit roter Schärpe und Boulder-Hut zur Konversation. Vier Themen sind allerdings tabu: Frauen, Fußball und Autos "und ein Thema, das nicht genannt werden darf". Und wenn die Gespräche zu sehr durcheinander gehen, läutet der Präsident die "Charles and Diana-Glocke". Die Gentlemen betonen aber ausdrücklich, dass sie ihr Tun mit einem Augenzwinkern sehen. Wer sie kennenlernt, spürt, dass das auch stimmt.

Mit ein bisschen Glück kann man im Naturschutzgebiet rund um Hinsbeck bald wieder Fischottern begegnen. Engagierte Mitarbeitende der Biologischen Station Krickenbecker Seen kümmern sich um die Wiederansiedlung der geschützten Tierart, indem sie alle Stellen suchen, die Ottern gefährlich werden können. Das sind vor allem stark befahrene Straßen, die über Gewässer führen und von ortsunkundigen Tieren gerne als Querung genutzt werden. Entschärft werde solche Gefahrenstellen durch Steine oder Bretter, über die die Otter unter den Brücken herlaufen können.

Hinsbeck

WDR 4 Mein Dorf 03.01.2022 12:31 Min. Verfügbar bis 07.01.2023 WDR 4 Von Petra Krüll


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Stand: 03.01.2022, 00:00