WDR4 Mein Dorf: Gürzenich

Nikolaus Matthias Meyer

WDR4 Mein Dorf: Gürzenich

Von Petra Krüll

Zuerst gab es den Dürener Stadtteil Gürzenich, und erst viel später den berühmten, gleichnamigen Festsaal in Köln! Den hat der Graf von Gürzenich dort Mitte des 15. Jahrhunderts als Stadthaus bauen lassen und ihm den Namen Gürzenich gegeben. Ein weiterer berühmter Name fällt, wenn man Gürzenich besucht: Rudolf Schock. Der Kammersänger hat dort die letzten Jahre seines Lebens verbracht und wurde 1986 auf dem Gürzenicher Friedhof beigesetzt.

Stolz sind die Gürzenicher auf ihren Schillingspark. Das ist ein Landschaftsgarten aus dem 15. Jahrhundert mit vier großen Weihern und einigen schnuckeligen Bauwerken, wie dem Fischerhäuschen mit runden Fachwerkbalken oder dem "Mona Lisa Turm", in dem Parkinhaber Max von Schillings seine Oper "Mona Lisa" komponiert haben soll. Das gesamte Gelände steht unter Denkmalschutz und kann auf Anfrage besichtigt werden.

Der dienstälteste Nikolaus von NRW und ein kurioser Maibrauch

Schützenswert ist auch das Amt des Gürzenicher Nikolauses. Matthias Meyer ist 84 und Nordrhein-Westfalens dienstältester Nikolaus. Er übt sein Ehrenamt aus, seit er 15 ist. Damals ist er als katholischer Messdiener angetreten, um die Nikolauskultur in seinem Dorf zu revolutionieren: mit Gewändern, die authentischer nicht sein könnten sowie Empathie und Würde, die die Figur des Nikolauses über Jahrzehnte zu einer wichtigen Konstante für Eltern und Kinder gemacht haben.

Über hundert Jahre Tradition und ein Kuriososum, das so manchen stutzen lässt, macht die Maigesellschaft Gürzenich aus: Bei der "Maiversteigerung" ersteigern Junggesellen aus dem Ort unverheiratete Frauen für zum Teil vierstellige Summen, um an Pfingsten mit ihrer Maibraut als Maikönigspaar den großen Festumzug anzuführen.

Gürzenich

WDR 4 Mein Dorf 25.10.2021 10:10 Min. Verfügbar bis 04.11.2022 WDR 4 Von Petra Krüll


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Stand: 11.10.2021, 12:38