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Das kleinste Beatles-Museum in Geisweid

Das kleinste Beatles-Museum in Geisweid

Von Markus Rinke

Wer Geisweid besucht, der kommt an einem einzigartigen Museum nicht vorbei. Harold Krämer betreibt das kleinste Beatles-Museum der Welt.

Beatles-Museum Geisweid

Die Beatles auf 27 Quadratmetern: Was Harold Krämer hier in mehr als 40 Jahren zusammengetragen hat, ist ein Rekord.

Die Beatles auf 27 Quadratmetern: Was Harold Krämer hier in mehr als 40 Jahren zusammengetragen hat, ist ein Rekord.

Seit August 1999 hat Harold Krämer die Urkunde. Das Museum stand in der Millenium-Ausgabe des Guinness Buchs der Rekorde. Es ist im Esszimmer und dem angrenzenden Büro untergebracht. Mehr geht nicht, das würde Harolds Frau Ilona nicht zulassen, außerdem wäre dann der Rekord weg.

Die Kugelschreiberzeichnungen von Paul McCartney gehören zu den ganz besonderen Ausstellungsstücken. McCartney hatte die in der Bahn gemalt, der Lokführer hat sie gefunden und aufbewahrt. Die Enkelin hat sie schließlich an Harold Krämer verkauft.

Entstanden sind die Zeichnungen auf der "Bravo-Blitztournee" im Jahr 1966. Wer genau hinschaut, sieht auch noch, was es zu essen gab.

Angefangen hat alles Ende der 80er Jahre. Zu Anfang hatte Harold Krämer Sammlerglück und bekam dieses Plakat geschenkt. Auf einer Geburtstagsfeier im Siegener Raum hatte ein Bekannter erzählt, dass er noch das Plakat habe: "Meine Frau hat ihn angerufen und er sagte, ich habe noch gar nicht nachgesehen. Jetzt hatte ich Geburtstag, und dann hat meine Frau wieder angerufen und hat ihm gesagt, 'guck doch mal oder sag' ihm nie wieder was davon'."

"Das ist ein originales Drumhead von einer Beatles-Tour in den USA in den 60er Jahren. Jemand aus Deutschland hat drei Stück davon entdeckt, und dann erhielt ich einen Anruf", sagt Harold Krämer. Das kommt sogar häufiger vor, dass er Sammlerstücke angeboten bekommt.

Viele Souvenirs hat Harold Krämer aber auch von Flohmärkten. Dafür ist er mehrere 100.000 Kilometer gefahren.

Natürlich ist da auch ganz viel Kurioses dabei. Man muss schon sehr viel Phantasie haben, um Paul McCartney zu erkennen.

Mehr als 2.000 Andenken hat Harold Krämer gesammelt. Wie viele Ausstellungsstücke er insgesamt hat, kann er nicht sagen.

Fan ist er natürlich schon viel länger, gepackt hat es ihn schon als kleiner Junge im Jahr 1963. Die erste Single der britischen Band erschien übrigens 1962. Es war "Love me do". "Vor zwei Tagen habe ich noch Beatles gehört. Ich mach' mir dann die Juke-Box an und höre dann das, wo ich gerade Lust drauf habe."

Die Plattensammlung umfasst heute fast 20.000 Alben, davon fast 2.000 Tonträger von den Beatles.

Ein ganz besonderes Stück ist die "Grönland Edition", in denen die Beatles in den Parkas auf dem Cover sind. Davon gibt es nur wenige tausend Stück.

Das Museum lebt vor allem von den Geschichten, die Harold Krämer erzählt. Das ist eine "gepeelte" Version vom "Butcher Cover". Das Original-Cover sollte in den USA so nicht veröffentlicht werden. Wenige Exemplare gelangten jedoch in den Handel, der überwiegende Teil wurde mit einem neuen Cover überklebt. Fans haben es in mühsamer Kleinarbeit wieder abgelöst.

Und in dem Museum gibt es auch eine echte goldene Schallplatte der Beatles. Sie stammt allerdings von einem professionellen Händler in Frankfurt: "Wenn die Beatles früher eine goldene Schallplatte hatten, das hat die gar nicht so interessiert. Früher konnten die aber auch sagen, die Putzfrau kriegt noch eine goldene Schallplatte, der Frisör oder der Gärtner. Da existieren mehrere." Viele dieser Platten landen dann bei einem professionellen Verkäufer, erklärt Harold Krämer.

Feste Öffnungszeiten gibt es übrigens nicht. Wer Harold Krämer besuchen möchte, der muss sich vorher anmelden. Harold Krämer winkt dann seinen Gästen aus der Wohnung zu, damit sie den Weg ins Museum finden.

Stand: 20.09.2021, 20:05 Uhr