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Heike Knispel

Vier Fragen an Werner Hansch

Werner Hansch

Vier Fragen an Werner Hansch

Von Christoph Tiegel

"Die Stimme des Ruhrgebiets" hat man ihn genannt. Den Bergmanns-Sohn aus Recklinghausen-Süd, der Anfang der 70er Jahre zunächst Sprecher auf der Trabrennbahn Recklinghausen wurde, dann Stadionsprecher bei Schalke 04, ehe er ab Ende der 70er Jahre sein besonderes Sprech- und Sprachtalent im Hörfunk und später auch im Fernsehen zur vollen Blüte bringen durfte. Vor allem die WDR-2-Bundesliga-Konferenzen in den 80er Jahren hat er mit seinen originellen Formulierungen maßgeblich geprägt und ist damit sehr vielen Fußballfreunden nachhaltig im Ohr und in Erinnerung geblieben: der Sportreporter Werner Hansch, eine lebende Radio-Legende. 80 Jahre alt ist er inzwischen. Spricht nach wie vor markant ins Mikrofon. Heute schönerweise in das von WDR 4. Hier sind 4 Fragen an Werner Hansch.

Wo ist es für Sie noch schöner, spannender und emotionaler als im Fußballstadion?

"Schwer vorstellbar für mich. Das kann es gar nicht sein. Das ist ja das Verrückte an diesem Spiel. Und deshalb gehen ja auch die Leute hin in Massen. Keiner weiß, wie es ausgeht. Hat schon der alte Herberger gesagt. Fußball bewegt nun einmal die Massen. Zum Schaden vieler anderer Sportarten, die sich zurückgesetzt fühlen in der Berichterstattung. Wüsst ich nicht! Für mich privat vielleicht noch…na ja, sagen wir mal bei einem großen Tennisturnier in Australien. Oder in Paris. Wenn sich die beiden größten Helden gegenüber stehen. Vielleicht Federer mit Nadal. Im Endspiel. Drei Gewinnsätze. Da ist bei mir auch ne Menge Emotion vorhanden!"

Werner Hansch über spannenderes als ein Fußballstadion

WDR 4 Vier Fragen 06.04.2019 00:39 Min. WDR 4

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Weil Sie sich ja auch gut im Pferdesport auskennen – was war denn Ihre bevorzugte Gangart im Leben: Schritt, Trab, Galopp?

"Zunächst mal ist es für mich heute der Schritt. Lange Zeit war es der Lauf. Ich habe persönlich in meiner Jugendzeit sehr gerne Leichtathletik gemacht. Und ja dann war natürlich der Trott, der Trab eine Zeitlang mein beruflicher Lebensbegleiter, sozusagen. Und der Galopp nur sehr, sehr gelegentlich."

Werner Hansch über seine bevorzugte Gangart im Leben

WDR 4 Vier Fragen 06.04.2019 00:21 Min. WDR 4

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Dumme Kommentare im Stadion passieren gelegentlich auch dem Profi: welchen hätten Sie sich besser verkniffen?

"Ich habe ja immer versucht, mit Sprachbildern zu arbeiten. Gefährlich! Du kannst daneben liegen! Kannst auf die Schnauze fallen! Wie oft bin ich nach einem Fußballspiel nach Hause gefahren – ich hatte immer Klaviermusik in der Konsole und darüber konnte ich wieder runterkommen – und dann habe ich mir oft an die Stirn gehauen und gesagt: Wie konntest Du Hornochse auf diese Bilder diesen Satz sagen! Es war vorbei. Versendet sich. Vieles. Gottseidank. Also ich habe einmal gesagt: Ein geiles Tor! Darüber haben sich viele aufgeregt. Sogar Kollegen, die sich um meine sexuellen Befindlichkeiten Sorgen machten. Diese Herren konnte ich aber beruhigen."

Werner Hansch über seinen dümmsten Kommentar im Stadion

WDR 4 Vier Fragen 06.04.2019 00:37 Min. WDR 4

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Sie sind schon so lange dabei, haben so viel erlebt in diesem verrückten Sport, den manche mit einer Religion vergleichen. Was sagen denn Sie: Gibt es einen "Fußballgott"?

"Nein. Den kann es nicht geben. Denn wenn es ihn geben würde, dann wäre er ein sehr zu bemitleidender Gott. Denn er müsste sich ja sozusagen in jedem Spiel für einen entscheiden. Für wen denn, bitte? Schon deshalb ist es eigentlich ausgeschlossen. Das ist ein kompletter Blödsinn! Gut, dass Sie mich nicht gefragt haben: gibt es überhaupt einen Gott? Dann hätte ich vielleicht schon Schwierigkeiten, es hier zu erklären."

Werner Hansch auf die Frage nach einem "Fußballgott"

WDR 4 Vier Fragen 06.04.2019 00:30 Min. WDR 4

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Stand: 05.04.2019, 09:39

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