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Vier Fragen an Annette Frier

Schauspielerin Annette Frier im Studioflur von WDR 4

Vier Fragen an Annette Frier

Von Christoph Tiegel

Dass Annette Frier nicht nur eine begnadete Komikerin ist, sondern sich in den letzten Jahren auch in ernsteren Schauspielrollen beweisen konnte, dürfte mittlerweile kein Geheimnis mehr sein. Im WDR-Film "Klassentreffen" kann die gebürtige Kölnerin wieder einmal ihr ganzes Improvisationstalent zeigen.

Und hier sind vier Fragen an Annette Frier zu ihrer eigenen Schulzeit ihrem letzten "echten" Klassentreffen in Köln-Rodenkirchen.

Dauer-"Doppelspitze" der Klassen eins bis 10: Annette Frier mit ihrer besten Schulfreundin Katrin

Dauer-"Doppelspitze" der Klassen Eins bis Zehn: Annette Frier mit ihrer besten Schulfreundin Katrin

Jede Schulklasse hat ja ihre (Arche-)Typen: den Alles-Checker, die Party-Maus, den geborenen Looser, den Freak, den Klassenarsch, Everybody‘s Darling – welche Rolle war Ihre im wahren Leben?

"Klassensprecherin. Ich war von der ersten bis zur zehnten Klasse … es tut mir leid, das sagt man nicht laut, aber ich war Klassensprecherin. Wir waren eine Doppelspitze. Meine beste Freundin Katrin Fudickar hat das Klassenbuch gemacht, was nun wirklich keiner machen möchte! Ab der ersten Klasse, glaube ich, hatte sich herumgesprochen, dass ich die Schnauze vor den Lehrern aufreiße, aber meine Freundin Katrin hat den Job des Klassenbuchführers fantastisch gemacht. Und weil die Katrin so gut war, durften wir das die gesamten vier Jahre auf der Grundschule machen. Und in der fünften Klasse haben dann die Leute, die mit uns aufs Gymnasium gegangen sind, den anderen erzählt: hömma, das hat in der Grundschule schon super mit Katrin und Annette funktioniert (lacht), das machen wir bitte weiter!"

Kurz nach Abschluss der Dreharbeiten zum „Klassentreffen“-Film hatten Sie Ihr echtes 25-jähriges Abi-Treffen - da, wo Sie bis heute mit ihrer Familie leben, im Kölner Stadtteil Rodenkirchen – wie lief das?

"Es gibt diese Momente, in denen man so blöd mit sich rumsteht. Dann gibt's die euphorischen Momente. Und dann wird irgendwann getanzt. Es wird getrunken und dann werden die ganz alten Geschichten ausgepackt. Es wird dem ein oder anderem vorgeworfen, dass er ja immer schon so und so war und dass sich das offensichtlich gar nicht geändert hat. Schon phänomenal, wie schnell man wieder in diese alte Rolle hineinrutscht. Egal, was in der Zwischenzeit war. Egal ob einer glaubt, dass er inzwischen ein völlig anderer Mensch ist. Du siehst ja schon am Gang: Ach guck, da isser! ... Wie dem das Hemd aus der Hose hängt, ja dat isser! ... Das isser, das ist der Detlef!"

Und wie ist das, wenn die ehemalige Klassensprecherin mittlerweile ein sehr bekannter Schauspiel-Promi ist - so wie Sie?

"Einigermaßen wurscht, würd ich sagen. Das war mal vor zehn Jahren Thema, als wir uns wiedergesehen haben. Da haben einige gesagt: 'Ist ja irgendwie schon lustig, Dich so im Fernsehen zu sehen.' Aber das hat sich völlig gelegt. Und es wird dann wirklich sofort über alte Geschichten geredet. Nicht: Was machst du denn, was machen Sie denn so … sondern: Sag mal, sind Deine Eltern noch zusammen? Oder: Ist jemand gestorben? Oder: Hast Du noch zu Deinem ersten Freund Kontakt, zu dem Sowieso? Man ist ja sofort auf ner ganz anderen Temperatur."

Sie gehören also nicht zu denen, die sagen: Klassentreffen sind vielleicht ein großartiger Stoff für Kino und Fernsehen – aber in der Realität: Geh' mir bloß wech damit?

"Nee, weil ich ne gute Schulzeit hatte. Ich hab auch mit vielen Leuten geredet - sowohl im Zusammenhang mit dem Film als auch im Zuge des privaten Klassentreffens. Und es ist eigentlich durch die Bank weg, bis auf wenige Ausnahmen, so: Die Leute, die nicht gerne in die Schule gegangen sind, gehen nicht gerne zum Klassentreffen. Ich hatte irgendwie Glück. Wie gesagt, ich wurde in der Schule in Ruhe gelassen. Ich bin auch nen Sandwich-Kind. Ich bin durch viele Sachen gut durchgerutscht, eine davon war meine Schulzeit. Ich fand das herrlich! So viel wie in der Oberstufe habe ich in meinem ganzen Leben nicht blau gemacht!"

Stand: 05.03.2019, 16:04

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