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Franz Müntefering zum Thema "Alter"

Franz Müntefering zum Thema "Alter"

Von Christoph Tiegel

Mit Franz Müntefering startet am 28. Mai 2018 der Deutsche Seniorentag der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen), dessen Vorsitz er seit 2015 inne hat. Dieser Tag findet in Dortmund unter dem Motto "Brücken bauen" statt.

"Brücken bauen" will Franz Müntefering, SPD-Politiker, ehemaliger Bundestagsabgeordneter, Bundesverkehrsminister, Arbeitsminister und Vizekanzler der Bundesrepublik: Am zwölften Deutsche Seniorentag (vom 28. bis 30. Mai 2018 in den Dortmunder Westfalenhallen), werden mehr als 15.000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Wie man aktiv, möglichst gesund und selbstbestimmt älter werden kann, welche Unterstützungsangebote es gibt und wie Prominente ihr Alter erleben, werden Inhalte des Forums sein.
Ein Grund für uns, Franz Müntefering zum Thema Alter zu befragen.

Wie gut kommen eigentlich Sie als bewegungsfreudiger Mensch damit klar, wenn sich gerade beim Sport Ihr Alter körperlich bemerkbar macht?

"Man ist nicht mehr so schnell. Also im letzten Jahr hab ich etwa 10 Prozent meiner Geschwindigkeit auf dem Laufband verloren ... Wenn man 78 ist, so wie ich es jetzt bin, ist man nicht mehr so wie mit 50 oder mit 20. Das ist aber normal! Der Kopf übrigens wird nicht weniger, sondern der kann auch noch im Alter lernen. Deshalb muss man die kognitiven Fähigkeiten, wie man das nennt, nutzen und nicht dumpf sitzen irgendwo. Also im Liegestuhl liegen, Gesundheitspillen essen und Kreuzworträtsel lösen – das ist Quatsch!"

Franz Müntefering über die Nutzung der kognitiven Fähigkeiten

WDR 4 Vier Fragen | 28.05.2018 | 00:29 Min.

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Zum Älterwerden gehört der Gedanke ans Lebensende – wie furchtlos gehen Sie damit um?

"Sterben tun wir alle. Auf dem Dorf sagt man: 'Älter wirste von alleine. Musste Dich nicht drum kümmern.' Ist aber falsch! Man muss sich drum kümmern. Man muss auch rechtzeitig drüber nachdenken. Man muss vor allen Dingen auch mit den Menschen, die einem am liebsten sind, drüber sprechen, wie soll das eigentlich gehen bei mir? Was stell ich mir eigentlich vor? Wo will ich eigentlich sein? Zuhause? Oder im Pflegeheim? Oder im Hospiz? Oder wo auch immer. Muss man nicht jeden Tag drüber reden. Man soll nicht jeden Tag übers Sterben reden. Sondern übers Leben. Aber ab und zu ist es mal vernünftig."

Franz Müntefering über das Sterben

WDR 4 Vier Fragen | 28.05.2018 | 00:25 Min.

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Sie raten anderen älteren Menschen auch zur Vernunft im Straßenverkehr – vor allem zu einer realistischen Einschätzung Ihrer eventuell eingeschränkten Fähigkeiten am Steuer?

"Ich fahr nur noch Bahn. Auto fahr ich ganz, ganz wenig. Was auch damit zu tun hat, dass meine Augen nicht mehr so gut sind. Abends oder wenn's schliert, dann seh ich nicht so genau. Und dann will ich natürlich kein Risiko eingehen. Wenn man älter wird, dann ist man nicht mehr so schnell. Dann hat man nicht mehr so viel Kraft und Ausdauer. Die Koordination vor allen Dingen wird schwieriger. Also wenn man in der Bahn fährt, hält man sich fest besser, sonst fällt man auf die Nase. Die Jungen, die pendeln das so irgendwie aus. Aber man muss deshalb keine Angst haben. Ich sag mal: Die Alten sind nicht mehr so schnell, aber die kennen die Abkürzungen! Und das kann dann auch ganz nützlich sein."

Franz Müntefering über Fortbewegungsmöglichkeiten

WDR 4 Vier Fragen | 28.05.2018 | 00:31 Min.

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Als gebürtiger Sauerländer wohnen Sie ja jetzt in Herne – können Sie da gut und gerne alt werden?

"Ja, kann ich gerne! Ich habe etwa 400 Meter weg die U-Bahn, die U 35, kennt hier jeder. Da bin ich in zwölf Minuten in Bochum am Hauptbahnhof. Es fährt jede Stunde ein Zug, meistens in alle Himmelsrichtungen. Und da musste im Sauerland lange für laufen! Also im Kohlenpott meckern ja viele und sagen, das ist nicht so gut mit dem ÖPNV. Kann alles noch besser werden, aber wenn Du da tief im Sauerland wohnst, sind die Bedingungen deutlich schlechter. Also für ältere Menschen, die mobil bleiben wollen, ist die Nähe zum öffentlichen Personennahverkehr ein großer, großer Vorteil!"

Franz Müntefering übers Älterwerden in ÖPNV-Nähe

WDR 4 Vier Fragen | 28.05.2018 | 00:30 Min.

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Stand: 28.05.2018, 00:00

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