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Frank Goosen zur Europäischen Union

Frank Goosen

Frank Goosen zur Europäischen Union

Von Christoph Tiegel

Frank Goosen, Kabarettist und Romanautor, geboren, aufgewachsen und wohnhaft in Bochum, erzählt von seiner Europa-Begeisterung und wie es dazu kam.

Haben Sie ein Herz für Europa?

"Ja, klar, ich leb ja mittendrin. Und schätze, bisher jedenfalls, die große Bewegungsfreiheit, die man mittlerweile hat. Ich hab 1984 noch ganz klassisch Interrail gemacht. Da war das noch ein bisschen schwieriger mit den unterschiedlichen Währungen und den ständigen Passkontrollen. Und diese Freizügigkeit, die man in diesem vereinten Europa hat, find' ich schon ganz toll."

Frank Goosen lebt mitten in Europa

WDR 4 Vier Fragen 22.05.2019 00:21 Min. WDR 4

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Mit dem Interrail-Ticket war schon so etwas wie die Initialzündung für eine gewisse Europa-Begeisterung?

"Absolut! Also, das war damals wirklich augenöffnend. Man hat sich einfach in den Zug gesetzt und ist erstmal nach Paris gefahren, von da aus nach Nizza, dann rüber nach Spanien und Portugal, dann irgendwann über Österreich wieder zurück. Also, da hat man eben auch mal so richtig physisch erfahren, dass das alles zusammenhängt und man auf dem Landweg überall relativ problemlos hinkommt. Und das war das Tor, vielleicht nicht zur Welt aber doch eben zu Europa."

Frank Goosen erzählt von seinem Interrail Ticket

WDR 4 Vier Fragen 22.05.2019 00:26 Min. WDR 4

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Fühlen Sie sich als "Europäer"? Oder doch eher als "Deutscher"? Vielleicht mehr noch als als "Bochumer"?

"Also, ich find ja immer, dass sich das nicht ausschließt gegenseitig. Es verlangt ja niemand von mir, meine Identität als Bochumer aufzugeben, wenn ich mich in Europa aufhalte oder wenn ich mich auf Europa beziehe. Das ist eine völlig irrationale Angst, die ich überhaupt nicht teilen kann. Sich zugehörig fühlt man sich ja immer dann, wenn man mit jemandem zu tun hat, der von woanders kommt. Also, wir haben zum Beispiel Freunde in Afrika, eine gute Freundin von uns ist Krankenschwester in Kampala in Uganda, und da erlebt man sich selber dann eben schon als zum Beispiel Europäer, aber natürlich auch als Deutscher oder eben dann vor Ort als Bochumer, wenn ich dann zum Beispiel Schwester Risty mit ins Stadion nehme oder das Bergbaumuseum zeige oder so. Ich finde, man kann diese unterschiedlichen Identitäten wunderbar miteinander kombinieren. Und irgendwann werden wir auf Außerirdische stoßen und dann sind wir nur noch Mensch."

Frank Goosen über sein Identitätsgefühl

WDR 4 Vier Fragen 22.05.2019 00:50 Min. WDR 4

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Am 26. Mai ist Europawahl – Machen Sie mit?

"Ich geh immer wählen. Ich hab noch keine Wahl verpasst, seitdem ich volljährig war, seitdem ich wahlberechtigt bin. Ich finde, es gibt zwar de jure keine Wahlpflicht aber moralisch schon. Es hat viele Leute eine Menge gekostet, uns das allgemeine freie Wahlrecht zu verschaffen und deshalb, finde ich, hat man eine moralische Pficht, hinzugehen. Ich kann Leute verstehen, die sagen: Ich weiß nicht was ich wählen soll. Dann macht man halt den Stimmzettel ungültig. Also, ich finde eine Wahlbeteiligung von 100 Prozent bei 30 Prozent ungültigen Stimmen: Das ist auch ein Statement! Nicht hingehen heißt bei jeder Wahl, egal, welche Wahl: Man liefert eine Ausrede wie, das Wetter war nicht gut genug. Oder: Das Wetter war zu gut. Oder: Es war zu mittel. Oder: Weiß der Teufel was! Irgendwelche Ausreden gibt’s dann immer. Aber: Hingehen! Und zur Not eben alles durchstreichen."

Frank Goosen über die moralische Wahlpflicht

WDR 4 Vier Fragen 22.05.2019 00:47 Min. WDR 4

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Stand: 21.05.2019, 16:21