"Steinreich" – ein Wanderweg mit weiten Blicken und manchem Geheimnis in Bad Berleburg-Richstein

Richstein ist selbst für Wittgensteiner Verhältnisse abgelegen. Das sorgt für eine angenehme Stille im Ort und in den Wäldern. Der Wanderweg "Steinreich" führt uns rund um Richstein und beeindruckt mit großartigen Panoramen.

"Steinreich" in Bad Berleburg-Richstein

An diesem Morgen schluckt der Nebel im ohnehin stillen Richstein alle Geräusche. Man kann vollkommen abschalten auf dieser zehn Kilometer langen Wanderung. Mit Sitzkissen und einem Heißgetränk lädt die "Käferbude" zur Rast ein. Sie ist von der benachbarten Beddelhäuser Dorfjugend errichtet worden. Namensgeber sind die Borkenkäfer, die die Wittgensteiner Wälder sehr verändert haben.

An diesem Morgen schluckt der Nebel im ohnehin stillen Richstein alle Geräusche. Man kann vollkommen abschalten auf dieser zehn Kilometer langen Wanderung. Mit Sitzkissen und einem Heißgetränk lädt die "Käferbude" zur Rast ein. Sie ist von der benachbarten Beddelhäuser Dorfjugend errichtet worden. Namensgeber sind die Borkenkäfer, die die Wittgensteiner Wälder sehr verändert haben.

Der Rundwanderweg startet am Heimathaus in Richstein und führt gleich zu Beginn steil bergauf. Auf der Höhe bieten sich uns wunderschöne Fernsichten. Vielleicht bemerken Sie auch, dass Richstein von kegelförmigen Bergen umgeben ist. Auf der anderen Seite, im Edertal, sind die Erhebungen flacher.

Wie etwa rund um Schwarzenau und Beddelhausen. Dieses Foto stammt aus dem Sommer. Richstein und die umliegenden Dörfer gehören zur Stadt Bad Berleburg, die das Siegel "Premium Wanderort" trägt. Diesen Titel des "Deutschen Wanderinstituts" tragen nur noch zwei weitere Orte in Deutschland. Bad Berleburg ist ein Eldorado für Wanderer.

Das Wegezeichen des Rundwanderweges "Steinreich" ist ein Diamant, der wohl wertvollste Stein. Das Wort "Steinreich" ist ein Wortspiel. Im Wort steckt "Richstein". Außerdem sind die Wege mitunter recht steinig.

Am Wegesrand treffen wir auf riesige Polder. In den Wäldern rund um Richstein war der Borkenkäfer sehr aktiv. Doch das Wegschlagen der kranken Fichten hat neue Panoramen geschaffen. Man wird sehen, wie sich der Wald in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird.

Unterwegs treffen wir auf schottische Hochlandrinder, die sich in dem rauen Klima Wittgensteins sehr wohl fühlen. Nehmen wir uns ein Beispiel an ihnen, denn auch an kalten winterlichen Tagen lohnt sich eine Wanderung. Die klare frische Luft tut gut.

Wir sind zurück im Dorf, das wir von der Höhe aus immer wieder sehen konnten. Hier entdecken wir etwas Außergewöhnliches: der Kirchturm steht separat. Die Kirche selber befindet sich weiter unten. Noch dazu ist ungewöhnlich, dass der Kirchturm der evangelischen Kirchengemeinde gehört, die Uhr aber im Besitz der Stadt Bad Berleburg ist. Warum der Turm solitär steht, wissen wohl nur seine Planer und Erbauer.

Der Wanderweg "Steinreich" führt auch hoch zur Richsteiner Burg. Von diesem Bauwerk sind nur noch Mauerreste übrig, die in den 1950er Jahren rekonstruiert wurden. Wie die Burg genau ausgesehen hat, weiß niemand. Die Tafel erzählt von der Geschichte Richsteins, das 1384 erstmals urkundlich erwähnt wird. Das Besondere: das kleine Richstein hatte früher eine eigene Gerichtsbarkeit. Somit war der Ort bedeutend für die Gegend.

Blick von der Burg auf Richstein. Über dem abgelegenen Dorf nahe der hessischen Grenze liegt eine angenehme Stille. Es gibt hier keinen Durchgangsverkehr. Es lohnt sich, den Ort von hier oben zu betrachten und diese Stille auf sich wirken zu lassen. Von dem Wanderweg "Steinreich" kommt man zwar nicht steinreich zurück, aber man hat viele schöne Eindrücke und Stimmungen gesammelt.

Stand: 14.01.2023, 00:00 Uhr