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Spannende Industrie-Natur – ein Herbst-Spaziergang durch den Westpark Bochum

Von Ulrike Modrow

Das Areal um das einstige Krupp-Stahlwerk lädt heute mit Spielplätzen, Wiesen und Zeugnissen der Industriegeschichte zur Erholung ein. Drei mit Architekturpreisen ausgezeichnete Brücken ermöglichen einen Rundweg um den Park und bieten spektakuläre Aussichten auf das Ruhrgebiet.

Westpark Bochum

Zahlreiche Wege, Rampen und Brücken durchziehen den Westpark. Sie verbinden die künstlich entstandenen Terrassen, denn das Stahlwerkgelände wurde seinerzeit auf unterschiedlichen Höhenstufen angelegt.

Zahlreiche Wege, Rampen und Brücken durchziehen den Westpark. Sie verbinden die künstlich entstandenen Terrassen, denn das Stahlwerkgelände wurde seinerzeit auf unterschiedlichen Höhenstufen angelegt.

Die 38 Hektar große Industriebrache wurde 1999 zum Park umgewandelt. Um die zentral gelegene Jahrhunderthalle ist ein moderner Stadtgarten entstanden, in dem sich die Natur zwischen den Überresten der alten Produktionsanlagen ihren Platz zurückerobert.

Einen Park-Spaziergang beginnt man am besten am "Colosseum" – der Gewölbebau aus Ziegelsteinen erinnert an das römische Bauwerk gleichen Namens, wurde seinerzeit aber lediglich als funktionale Stützmauer für das darüber befindliche Stahlwerk errichtet.

Über Treppen, Brücken oder Rampen führen verschiedene Wege in den Park hinein – abends werden sie mit diesen kleinen würfelartigen Laternen beleuchtet.

Von allen Stellen im Park ist der 55 Meter hohe grüne Wasserturm zu sehen. Er war früher ein Zwerg zwischen den Türmen und Schornsteinen auf dem Stahlwerkgelände, heute ist er eine weithin sichtbare Landmarke.

Nachts werden Wasserturm und Jahrhunderthalle farbig angestrahlt.

Die Wasserbecken der alten Kühlanlage sind heute ein Biotop. Hier wachsen Pflanzen und schwimmen Fische in den früher toten Betonbassins.

Auch Enten und Fischreiher haben sich hier inzwischen einquartiert und fühlen sich sichtlich wohl.

Immer wieder verbinden Treppen und Rampen die unterschiedlichen Ebenen und Höhenstufen im Park.

Auf dem Plateau verläuft die einstige "Schienenallee". Hier begann früher der Schienentransport über die Erzbahntrasse bis hin zum 10 Kilometer entfernten Hafen Grimberg am Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen.

Wenige Meter weiter an der "Erzbahnschwinge" – über diese Brücke führt der heutige Rad- und Wanderweg auf der alten Erzbahntrasse aus dem Park hinaus Richtung Gelsenkirchen. Die 130 Meter lange, s-förmig geschwungene Rad- und Fußgänger-Brücke ist mit Stahlseilen an nur zwei Pfeilern aufgehängt und schwebt quasi über den Gleisen.

Vorbei an alten Gleisanlagen und stillgelegten Schienen – immer wieder stößt man am Wegesrand auf Relikte der industriellen Vergangenheit.

Ein Rundweg durch den Park führt über insgesamt drei mit Architekturpreisen gekürte Brücken – hier die "Stegbrücke", errichtet auf langen Stelzen. In der Mitte befindet sich eine lange überdachte Bank, im Volksmund auch "Trainerbank" genannt.

Von dieser "Trainerbank" kann man zwar kein Fußballspiel verfolgen, aber von hier bietet sich ein fantastischer Blick auf den alten Industriekomplex und über den gesamten Westpark.

Stand: 13.11.2022, 00:00 Uhr