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Spaziergang auf dem Lyrikpfad an der Strunde

Spaziergang auf dem Lyrikpfad an der Strunde

An den Ufern des einstigen Mühlbachs mit seinen Teichen hat die Autorengruppe "Wort und Kunst" Stelen mit wechselnder zeitgenössischer Lyrik aufgestellt. Und ganz nebenbei erfährt man entlang der Strunde so einiges über den Auenwald, alte Mühlen und die Herstellung von Papier.

Spaziergang auf dem Lyrikpfad an der Strunde

Die Strunde galt einst als der "fleißigste" Bach des Bergischen Landes. Bis zu 50 Mühlen trieb sie an, vor allem Papier- und Pulvermühlen. Damals führte sie im Jahresdurchschnitt mehr Wasser als heute. Der Auwald wird vor allem im Frühjahr überschwemmt. Mit seiner artenreichen Pflanzen- und Tierwelt steht er unter Naturschutz.

Die Strunde galt einst als der "fleißigste" Bach des Bergischen Landes. Bis zu 50 Mühlen trieb sie an, vor allem Papier- und Pulvermühlen. Damals führte sie im Jahresdurchschnitt mehr Wasser als heute. Der Auwald wird vor allem im Frühjahr überschwemmt. Mit seiner artenreichen Pflanzen- und Tierwelt steht er unter Naturschutz.

Die alte Kirche St. Johann Baptist im hübschen Ort Herrenstrunden ist Ausgangspunkt für unsere kleine Wanderung. Ihr Grundstein wurde im 14. Jahrhundert gelegt. Zwei Schießscharten sind noch heute an der Südseite vorhanden. Sie zeigen an, dass die Johanniter einst den Sakralbau auch als Wehrkirche verwendet haben.

Die Quelle der Strunde bei Herrenstrunden: Kleine Sauerstoffbläschen sprudeln unentwegt an die Oberfläche. In der steinernen Einfassung lässt sich ein nahezu verblasster Spruch entziffern: "Sprudelt Segen bringende Quellen, die ihr speiset die fleißige Strunde."

Diese Gedichttafel steht am idyllischen Mühlenteich, im Hintergrund leuchtet Burg Zweiffel.

Das Herrenhaus der Burg Zweiffel war Teil einer ehemaligen Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert und ist in Privatbesitz. Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude wurden im 19. Jahrhundert durch die Landstraße im Strundetal getrennt.

Ein wahrer Hingucker in Herrenstrunden ist die alte Malteser Komturei. Einst wurden von hier aus die ordenseigenen Güter verwaltet. Heute beherbergt das Haus ein Restaurant, das nachmittags auch "Bergische Waffeln" auf der Seeterrasse serviert.

Die ehemalige Malteser Mühle wurde zu einem schicken Wohnhaus umgebaut – ohne klapperndes Mühlrad am rauschenden Bach.

Sechs Stelen gilt es auf dem Lyrikpfad zu entdecken. Die Bergisch Gladbacher Autorengruppe "Wort und Kunst" wählt Gedichte bekannter und unbekannter Dichter aus. Ein- bis zweimal im Jahr werden sie ausgetauscht.

Mehr als 50 Mühlen trieb die fleißige Strunde in ihren besten Zeiten an, zumeist Papier- und Pulvermühlen. Die idyllisch gelegene Igeler Mühle im Strundetal war allerdings eine Getreidemühle.

Vorbei an Viehweiden und Fachwerkhöfen, durch Wiesen und Wald geht der Lyrikpfad Richtung Bergisch Gladbach. Dabei verläuft er ein kleines Stück neben der lauten Landstraße. Zum Glück geht es aber schon bald wieder in den ruhigen Wald hinein.

Gedichte, in der Natur gelesen, wirken ganz anders als daheim oder gar einst im Schulunterricht gelesen. Die Texte laden ein zum Nachdenken, Schmunzeln, aber auch zum Widerspruch. Ein inspirierender Weg!

Über viele kleine Brücken wechselt der Lyrikpfad immer wieder von einem Ufer zum anderen. Da die Strunde im Kalkstein entspringt – einem ehemaligen Korallenriff –, wird ihr regelmäßig ausreichend Wasser zugeführt.

Der Strundeweg ist barrierefrei, sehr bequem und auch für Kinderwagen geeignet.

Am  Papiermuseum "Alte Dombach" endet der Lyrikpfad. Hier können sich Besucher über die Geschichte der Papierherstellung und Verwendung seit 1750 bis heute informieren und sogar ihr eigenes Papier schöpfen.

Im Außengelände des Museums stehen alte Maschinen zur Papierherstellung, hier Kugelkocher und Holzschleifer.

Stand: 18.06.2020, 12:36 Uhr