Auf den Spuren eines besonderen Mannes – der Jung-Stilling-Rundweg bei Hilchenbach

Auf den Spuren eines besonderen Mannes – der Jung-Stilling-Rundweg bei Hilchenbach

Das malerische Örtchen Grund im Siegerland ist der Geburtsort von Johann Heinrich Jung, genannt Jung-Stilling (1740-1817). In den umliegenden Wäldern verbrachte er seine Kindheit, bevor er als junger Mann die Heimat verließ und als Augenarzt, Wirtschaftswissenschaftler und Bestsellerautor berühmt wurde.

Geburtsstätte von Johann Heinrich Jung in Grund

Gleich zu Beginn des Rundweges kommt der Wanderer am Geburtshaus von Jung-Stilling vorbei. Hier wurde er am 12. September 1740 geboren. Das originale Haus aus dem 18. Jahrhundert wurde 1928 durch ein Feuer vollständig zerstört. An gleicher Stelle ist dieses Haus errichtet worden. Jung-Stilling zu Ehren befindet sich eine Gedenkstube in seinem Innern.

Gleich zu Beginn des Rundweges kommt der Wanderer am Geburtshaus von Jung-Stilling vorbei. Hier wurde er am 12. September 1740 geboren. Das originale Haus aus dem 18. Jahrhundert wurde 1928 durch ein Feuer vollständig zerstört. An gleicher Stelle ist dieses Haus errichtet worden. Jung-Stilling zu Ehren befindet sich eine Gedenkstube in seinem Innern.

Diese Gedenkstube erzählt viel über das Multitalent Jung-Stilling: Er war mit Johann Wolfgang von Goethe befreundet und mit Johann Gottfried Herder gut bekannt. Goethe ermutigte ihn, seine Jugenderinnerungen aufzuschreiben. Der große Dichterfreund überarbeitete diesen Text und gab ihn 1777 unter dem Titel "Heinrich Stillings Jugend" heraus. Das Buch wurde ein Bestseller. Jung-Stilling kam auch mit einem katholischen Priester und Laienmediziner aus dem Kreis Olpe in Kontakt, der Augenoperationen am Grauen Star durchführte. Jung-Stilling schaute oft dabei zu. Der Priester bemerkte schnell, dass Jung-Stilling ein ganz besonderer junger Mann war und verriet ihm seine Operationsmethode. Jedoch musste Jung-Stilling ihm vorher versprechen, dass er als künftiger Augenarzt vor allem mittellosen Menschen hilft und kein Geld für seine Arbeit verlangt. Jung-Stilling gab das Versprechen und studierte ab 1770 Medizin in Straßburg

Jung-Stilling war als Junge viel mit seinem Großvater, einem Köhler, rund um Grund unterwegs. Diese Ausflüge hat er sehr genossen. Als Jugendlicher arbeitete er als Dorfschullehrer und ist durch die heimischen Wälder gelaufen, um zu den Kindern in den Nachbardörfern zu gelangen. Der Jung-Stilling-Rundweg folgt diesen Spuren und bietet viele schöne Aussichten. Auch im oft trüben November entstehen besondere Stimmungen.

Der 9,4 Kilometer lange Kurs führt auch an der Ginsburg vorbei, dem mittelalterlichen Wahrzeichen von Hilchenbach. Hier kam auch Jung-Stilling immer vorbei, wenn er nach Lützel, dem Nachbarort von Grund ging, um dort als Lehrer zu unterrichten.

Das Wegezeichen des 9,4 Kilometer langen Wanderweges: Die Idee zu diesem Weg hatte die Dorfgemeinschaft Grund. Sie wollte Jung-Stilling zu Ehren diesen Rundweg anlegen.

Die Alte Kapellenschule im Ortskern von Grund ist der Startpunkt der Wanderung. Hier gingen früher die Kinder des Dorfes zur Schule. Heute ist sie das Dorfgemeinschaftshaus.

Der Wanderer kommt auch an diesem gepflegten und schönen Haus vorbei. Grund ist ein malerisches Örtchen, das schon zweimal den Titel "Golddorf" gewonnen hat. Ein Spaziergang durch das Dorf lohnt sich.

Stand: 11.11.2019, 13:30 Uhr