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Glück auf! – unterwegs auf alten Siegerländer Bergmannspfaden

Glück auf! – unterwegs auf alten Siegerländer Bergmannspfaden

Von Andrea Klasen

Beim Thema "Bergbau" denkt jeder zuerst an die Bergwerke im Ruhrgebiet. Doch auch im Siegerland gab es Bergleute, die zwar keine Steinkohle förderten, aber Eisenerze und Buntmetallerze aus der Erde holten. Ein Rundwanderweg auf der Eisernhardt bei Siegen folgt den Spuren dieser südwestfälischen Montangeschichte.

Unterwegs auf alten Bergmannspfaden

Dieser Stein erzählt vieles: Hier ist eine sogenannte "Bohrlochpfeife" von einem kleinen Handbohrer zu sehen. Der wurde gebraucht, um mit einer Schwarzpulver-Sprengung das Gestein zu lösen. Neben der Bohrlochpfeife sind noch Schrämspuren zu erkennen. Selten, dass zwei Relikte auf einem Stein zu sehen sind.

Dieser Stein erzählt vieles: Hier ist eine sogenannte "Bohrlochpfeife" von einem kleinen Handbohrer zu sehen. Der wurde gebraucht, um mit einer Schwarzpulver-Sprengung das Gestein zu lösen. Neben der Bohrlochpfeife sind noch Schrämspuren zu erkennen. Selten, dass zwei Relikte auf einem Stein zu sehen sind.

Das Wegzeichen des Rundwanderwegs zeigt Schlägel und Eisen. Wichtige Werkzeuge der Bergleute. Der Wanderweg lässt sich in unterschiedlich lange Wegstrecken einteilen. Der Wanderer kann zwischen 3,5 und 7,5 Kilometern zurücklegen. 26 Tafeln erklären die Bergbaugeschichte bei Siegen.

Man muss die Spuren in der Landschaft lesen können. Diese unterschiedlich großen Kuhlen, von den Bergleuten "Pingen" genannt, sind Vertiefungen in der Erde, an denen vormals der Erzgang zutage ausgegangen und abgebaut worden ist. Die Bergleute konnten etwa an "Zeigerpflanzen" erkennen, ob sich Erze in der Erde befinden. Außerdem war die Erde in der Nähe von einem Erzgang rot gefärbt. Es wurde aber auch mit Wünschelruten nach Erzgängen gesucht, weil Erzgänge Störungen im Gebirge und daher oft wasserführend sind.

Vor über 15 Jahren hat der "Verein für Siegerländer Bergbau" damit begonnen, Relikte der heimischen Montangeschichte wieder freizulegen und sichtbar zu machen. Im Laufe der Jahre sind so 26 Stationen entstanden, an denen der Spaziergänger etwas über den Bergbau erfahren kann. Der Wanderweg führt durch teils wunderschöne Waldabschnitte.

Der Stollen "Neues Glücksrad" liegt auch am Weg. Hier bekommt man nasse Füße. Bergbau war auch eine feuchte Angelegenheit. Über sogenannte Lösungsstollen wurde das Wasser aus dem Berg geleitet, um dann arbeiten zu können.

Der Stolleneingang der ehemaligen Grube "Mittleres Glücksrad". In der vorindustriellen Zeit wurden die Bergwerke von Familien betrieben, die das neben ihrer Landwirtschaft und der Arbeit im Hauberg machten. Der "Verein für Siegerländer Bergbau" hat die Stollenmundlöcher wieder so hergerichtet, wie sie im 19. Jahrhundert aussahen.

Der Stollen "Altes Glücksrad". Die Tür des Stollens lässt sich öffnen. Man muss ganz schön die Schultern einziehen. Drei, vier Meter geht es in den Stollen hinein.

Mit Hilfe eines Akku-Lichtes kann der Besucher in den Stollen hineinsehen. Hier bekommt man ein Gefühl dafür, wie beengt und widrig die Arbeit in den Gruben war. Der "Verein für Siegerländer Bergbau" hat die Stollen für Besucher wieder begehbar gemacht, um Bergbau spürbar zu machen.

In den Stollen überwintern heute zwei Fledermausarten: Mausohrfledermäuse und  Bartfledermäuse. Sie mögen die Temperaturen im Stollen, die bei circa neun Grad liegen.

Wer auf den alten Bergmannspfaden bei Siegen wandelt, dem bieten sich auch schöne Fernblicke in die Landschaft. Der Weg verbindet Kulturgeschichte des Siegerlandes und das Erleben von Natur miteinander.

Stand: 23.01.2020, 13:28 Uhr