Wunderbare Weggefährten – mit Eseln durch den Wittgensteiner Wald wandern

Wunderbare Weggefährten – mit Eseln durch den Wittgensteiner Wald wandern

Von Andrea Klasen

Im Allgemeinen gelten die Esel als störrisch und stur. Dabei haben diese besonderen Tiere einfach nur eigene Ideen, über die sie mit uns verhandeln wollen. Und mal ganz ehrlich: Wer von uns ist nicht auch mal stur oder hartnäckig? Das sind doch eigentlich ziemlich gute Eigenschaften, um Ziele zu erreichen.

Mit Eseln durch den Wittgensteiner Wald wandern

Wenn Esel mit uns spazieren gehen, dann verlangen sie von uns Menschen, im Hier und Jetzt zu sein und nicht Karussell mit den Gedanken zu fahren. Sind wir nicht bei der Sache, bleibt der Esel stehen und sagt sich: Wenn der Mensch mit sich beschäftigt ist und nicht mit mir, dann suche ich mir auch eine Beschäftigung. Zum Beispiel das Gras am Wegesrand.

Wenn Esel mit uns spazieren gehen, dann verlangen sie von uns Menschen, im Hier und Jetzt zu sein und nicht Karussell mit den Gedanken zu fahren. Sind wir nicht bei der Sache, bleibt der Esel stehen und sagt sich: Wenn der Mensch mit sich beschäftigt ist und nicht mit mir, dann suche ich mir auch eine Beschäftigung. Zum Beispiel das Gras am Wegesrand.

Esel wissen ganz genau, was sie wollen. Von ihnen können wir lernen, ein Ziel ins Auge zu fassen und es beharrlich zu verfolgen. Sie sind sanftmütig und haben gleichzeitig einen starken Willen. Sie wollen überzeugt werden und mögen keine Halbherzigkeiten. In der Eseley in Bad Berleburg-Meckhausen werden deshalb auch Coachings mit Eseln als Helfer angeboten.

Auch Führungskräfte kommen hierher, um von den Eseln zu lernen. Unter Eseln herrscht nicht so eine Hackordnung wie in vielen Pferdeherden. Sie regeln das Zusammensein miteinander anders.

Birgit Saßmannshausen ist Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin, außerdem Natur-Pädagogin. Arbeitet sie mit Patienten, zieht sie manchmal auch die Esel hinzu. Sie können zum Beispiel helfen, wenn Menschen unter Angstzuständen leiden oder lernen möchten, sich selbst wieder besser zu spüren.

Esel spiegeln uns. Sie nehmen sofort unsere innere Verfassung wahr und reagieren darauf. Ohne zu urteilen. Das macht sie zu wertvollen Helfern in der tiergestützten Therapie. Hier sind Katinka und Charlie im Zwiegespräch.

Auch Männer kommen gerne in die Eseley Wittgenstein, um mit den Tieren wandern zu gehen. Sie finden häufig den Dickkopf im Esel sympathisch, erkennen sich darin wieder, weil auch sie gerne ihr eigenes Ding machen.

Eselwallach Charlie. Anders als die Pferde, sind die Esel keine Fluchttiere, weil sie aus der Geröllwüste stammen und dort nicht einfach kopflos losrennen können wie andere Equiden. Sie schauen sich Dinge an, statt sofort zu fliehen. Mit ihren großen Ohren regeln sie die Temperatur ihres Körpers. Denn schwitzen können sie nicht.

Esel wünschen sich von uns Menschen Klarheit. Dass wir ihnen respektvoll und freundlich Grenzen setzen. Sind wir vollkommen bei der Sache, folgt uns der Esel gerne, wird zum Partner. Hier ist die dreijährige Eselstute Katinka im Gespräch mit Birgit Saßmannshausen.

Eine Wanderung mit Eseln ist ein besonderes Erlebnis. Man kommt zur Ruhe und stellt sich auf den Laufrhythmus des Esels ein. Es ist wohltuend, nicht an gestern oder morgen zu denken, sondern im Moment zu sein. Dahin wollen uns die Esel lenken. Sie sind großartige Weggefährten, von denen wir eine Menge lernen können.

Die Esel endschleunigen uns schnelle, moderne, kopflastige Menschen und wir sind wieder offen für die gerade erwachende Natur um uns herum – und für uns selbst.

Stand: 30.04.2021, 10:17 Uhr