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Umgeben von Kopfweiden die Seele baumeln lassen – in der Mühlhauser Mark bei Unna

Umgeben von Kopfweiden die Seele baumeln lassen – in der Mühlhauser Mark bei Unna

In geraden Reihen stehen die Kopfweiden entlang der Wege in der Mühlhauser Mark. Diese knorrigen Bäume mit ihren unebenen Rinden haben Charakter und dienen Tieren als Lebensraum.

WDR 4 Spaziergang "Mühlhauser Mark" bei Unna

Wie antike Säulen säumen die Weiden unseren Weg durch die Mühlhauser Mark. Vormals waren sie ein wichtiger Baum im Leben der Menschen: aus den biegsamen einjährigen Ästen wurden Körbe geflochten, aus dem Stamm Holzschuhe geschnitzt.

Wie antike Säulen säumen die Weiden unseren Weg durch die Mühlhauser Mark. Vormals waren sie ein wichtiger Baum im Leben der Menschen: aus den biegsamen einjährigen Ästen wurden Körbe geflochten, aus dem Stamm Holzschuhe geschnitzt.

Die dicken Stämme der Weiden bieten Wohnraum und Niststätten für Käuze und die Weidenmeise. Im Frühjahr sind die weichen Blütenkätzchen die erste Nahrung für Hummeln und Bienen.

Die Wege rund um Unna-Mühlhausen, einem beschaulichen Dorf, sind schmale Pfade, die vorbeiführen an Streuobstwiesen und Viehweiden. Ein idyllisches Fleckchen Erde.

Der NABU hat in der Mühlhauser Mark und der Uelzener Heide, die angrenzt, viele einzelne Flächen gekauft, die mittlerweile zu einer Großen zusammen geschmolzen sind. Um Tieren und Pflanzen einen geschützten Lebensraum zu bieten. Aus den abgesägten Zweigen der Weiden kann man tolle Naturzäune aufschichten. Vögel wie der Zaunkönig lieben solche Bauwerke.

In der malerischen Mühlhauser Mark entspringen viele Quellen. Die teils nur sehr kurzen Bäche münden in den Mühlbach und sorgen mit ihrem Plätschern für eine angenehme Melodie während unseres Spaziergangs.

Eine der Quellen, die hier entspringen, ist die Linsenquelle. Durch ein Rohr gelangt das Wasser an die Erdoberfläche. Die hohe Anzahl von Quellen in diesem Gebiet erklärt sich durch den Mergel, einem Gestein des Ardeygebirges, durch das das Wasser ungehindert rutschen kann und mit viel Druck wieder aus dem Boden heraus kommt.

Der NABU hat zahlreiche Bäume in diesem Naturschutzgebiet gepflanzt: Weiden, Pappeln oder Erlen. Sie alle haben gerne nasse Füße.

Die Wege in der Mühlhauser Mark sind umgeben von einer Art Dschungel. Hier regiert die Natur und wir können ein sattes Grün genießen.

Die vielen gurgelnden Bäche bilden ein Netz aus Wasserstraßen. Früher sind die Bäche durch Rohre geleitet worden. Mitglieder des NABU und des Heimatvereins Mühlhausen-Uelzen haben sie freigelegt, sodass sie heute sichtbar sind und wertvollen Lebensraum für pflanzliche und tierische Bewohner bieten.

Immer wieder ist der Weg eingefasst mit Kopfweiden. Alle paar Jahre werden ihre Äste gestutzt. Schneiteln nennt man das. Es ist ein herrliches Geräusch, wenn der Wind durch die langen Blätter dieser besonderen Bäume rauscht.

Stand: 09.09.2021, 11:32 Uhr