Wo Heckrinder und Dülmener Pferde Naturschutz betreiben – in Hemer-Apricke

Wo Heckrinder und Dülmener Pferde Naturschutz betreiben – in Hemer-Apricke

Ehemalige Panzerübungsplätze sind heute Naturparadiese für viele Pflanzen- und Tierarten. So auch in Apricke bei Hemer im Sauerland. Auf den nie gedüngten Wiesen wachsen viele besondere Kräuter, außerdem kann man dort Heckrindern und Dülmener Pferden begegnen.

Heckrinder in Hemer-Apricke

Imposant und wunderschön sind die Heckrinder, die über die weiten Wiesen in Hemer-Apricke ziehen. Die robusten und anspruchslosen Weidetiere halten die Flächen offen, sorgen dafür, dass Büsche nicht wachsen können. So entsteht Platz für eine vielfältige Flora und Fauna, die Lebensräume für Spezialisten unter den Insekten, Amphibien und Vögeln bietet.

Imposant und wunderschön sind die Heckrinder, die über die weiten Wiesen in Hemer-Apricke ziehen. Die robusten und anspruchslosen Weidetiere halten die Flächen offen, sorgen dafür, dass Büsche nicht wachsen können. So entsteht Platz für eine vielfältige Flora und Fauna, die Lebensräume für Spezialisten unter den Insekten, Amphibien und Vögeln bietet.

Die Gebrüder Heck, zwei Zoodirektoren, haben ab den 1920er Jahren versucht, eine Rinderrasse zu züchten, die dem ausgestorbenen Auerochsen nahe kommt. Dazu haben sie robuste Rassen wie das ungarische Graurind, schottische Hochlandrinder und spanische Kampfrinder immer wieder gekreuzt. Heraus kam das Heckrind. Wegen der vielen Einflüsse sind die Fellfarben der Tiere verschieden. Ein ortsansässiger Landwirt betreut die Hemeraner Tiere.

Weil die kalkreichen Wiesen des ehemaligen militärischen Übungsplatzes nie gedüngt wurden und damals wie heute auch mit Schafen und Ziegen beweidet werden, konnte eine große Vielfalt an Kräutern entstehen: im Vordergrund der Wasserdost. Außerdem wachsen hier z.B. der Dornige Hauhechel, die Orchideenart Bienenragwurz, das Zittergras oder der Heil-Ziest.

Was andere Pflanzen nicht schaffen, schafft der Thymian: Er braucht nicht viel, um sich zu entwickeln und uns mit einem Duft zu betören, der uns gedanklich nach Italien führt. Die offene Landschaft in Apricke bringt solche Überlebenskünstler hervor. Inmitten stark wachsender Pflanzen hätte der sonnenhungrige Thymian keine Chance.

Es tut gut, den Blick über die weiten Wiesen schweifen zu lassen, den Duft der Kräuter einzuatmen und dem emsigen Summen der Insekten zuzuhören. Die Stadt Hemer und die Nordrhein-Westfalen-Stiftung haben 2007 den ehemaligen Panzerübungsplatz hier gekauft, um diese besondere Natur so zu erhalten, wie sie immer war und ist. Gerade dank der Panzer!

Auf Flächen wie in Hemer-Apricke herrscht Magerrasen vor. Ideales Futter für die etwa achtzigköpfige Heckrinderherde, die hier gemächlich über die Wiesen zieht. Ein ausgewachsener Bulle läuft in der Herde mit und sorgt für Nachwuchs. Die Kühe bringen ihre Kälber eigenständig zur Welt. Übrigens: Der Kot der Tiere zieht die Stare an, die darin Insekten finden. Doch weil es in Deutschland kaum noch Weidetiere gibt, gehen auch die Populationen der Stare zurück.

Mit dabei sind auch Dülmener Pferde, die mit ihren Hufen Trittstellen schaffen, in denen sich Pflanzensamen entwickeln können. Die Dülmener Pferde aus dem Merfelder Bruch sind Equiden, die mageres Grasland brauchen. Fettes Gras ist übrigens für kein Pferd gesund. Pferde kommen aus der Steppe und allzu saftige eiweißreiche Weiden, die eigentlich für "leistungsstarke" Milchkühe gedacht sind, machen sie oft krank.

Die Fahrrillen, die die Panzer vormals geschaffen haben, sind auch wichtige Lebensräume. Hier laichen Molche und Kröten. Außerdem dienen sie Libellen (hier die Azurjungfer) als Lebensraum. Diese beeindruckenden Tiere bei ihren Flugmanövern zu beobachten, dabei das Surren ihrer Flügel zu hören, ist immer ein Erlebnis. Bitte lassen Sie Ihren Hund nicht in den Tümpeln baden. Sie zerstören damit Laich und Lebensraum! Schützen Sie die Natur!

Am Beginn der insgesamt drei Rundwege trifft der Spaziergänger auf einen Sortengarten mit 270 verschiedenen Obstbäumen. Auch alte Sorten sind darunter. Namensschilder klären den Interessierten auf. Im Herbst, wenn die Äpfel, Birnen und Zwetschgen reif sind, darf probiert werden. Bitte keine Äste abbrechen! Wer Gefallen an einer Sorte gefunden hat und einen solchen Baum bei sich in den Garten pflanzen möchte, kann sich an das Naturschutz-Zentrum Märkischer Kreis wenden.

Auch der Neuntöter lebt hier. Der Vogel heißt so, weil er seine erbeuteten Insekten auf Dornen von Pflanzen aufspießt oder auf Stacheldrahtzäunen. Eine ungewöhnliche Vorratshaltung. Der Neuntöter braucht offene Wiesen, um zu jagen, um zu leben. Es ist wichtig, solche Gebiete wie das in Hemer-Apricke zu schützen und zu erhalten. Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Natur, wenn Sie Ihren Spaziergang hier genießen.

Stand: 21.07.2021, 13:51 Uhr