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Eine Schatzkammer der Natur – das Gilsbachtal bei Burbach im Siegerland

Eine Schatzkammer der Natur – das Gilsbachtal bei Burbach im Siegerland

Naturschutzgebiete wie das Gilsbachtal sind wichtig, weil sie seltenen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten, den sie anderswo, wo intensive Landwirtschaft betrieben wird, nicht mehr finden. Ein Spaziergang entlang des Gilsbaches zeigt uns, wie vielfältig, ungewöhnlich und trickreich Natur sein kann. Wenn man sie denn lässt.

Entlang an bunten Wiesen und einem gurgelnden Bach - im Gilsbachtal bei Burbach

Wie eine Parklandschaft wirkt das Naturschutzgebiet "Gilsbachtal". Entlang des Baches stehen Erlen und Weiden, links und rechts des Baches liegen weite Nass- und Feuchtwiesen, die anderswo trocken gelegt werden, um sie für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Im Gilsbachtal kann der Spaziergänger beobachten, was alles wächst, brütet und lebt, wenn man eine Feuchtwiese so lässt wie sie ist.

Wie eine Parklandschaft wirkt das Naturschutzgebiet "Gilsbachtal". Entlang des Baches stehen Erlen und Weiden, links und rechts des Baches liegen weite Nass- und Feuchtwiesen, die anderswo trocken gelegt werden, um sie für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Im Gilsbachtal kann der Spaziergänger beobachten, was alles wächst, brütet und lebt, wenn man eine Feuchtwiese so lässt wie sie ist.

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist ein Schmetterling, der Feuchtwiesen und ganz besondere Mitbewohner dort braucht: Diese Schmetterlinge legen ihre Eier nur auf den Großen Wiesenknopf. Die Larve frisst sich durch die Blüte und lässt sich dann auf den Boden fallen. Dort wird sie von einer speziellen Ameisenart, deren Duft sie imitieren kann, in deren Bau getragen, wo sie sich von den Eiern der Ameisen ernährt, sich verpuppt und schlüpft. Dann wird es Zeit für den räuberischen Schmetterling, den Bau zu verlassen, denn der Duftstoff ist nicht mehr vorhanden und die Ameisen würden jetzt erkennen, dass sich ein Feind inmitten ihrer Brut befindet.

Auch die Herbstzeitlose wächst im Gilsbachtal. Sie ist eine der giftigsten Pflanzen in Deutschland. Sowohl die Samen als auch die Blätter sind sehr giftig. Äußerlich könnten sie mit denen des Bärlauchs verwechselt werden, doch der Bärlauch wächst im Schatten, nicht auf offenen Wiesen. Die Herbstzeitlose blüht im Herbst lila, ähnelt dann dem Krokus.

Im Frühjahr dominieren die Gelbtöne im Wiesental. Hahnenfuß und die Sumpfdotterblumen stehen dann in voller Blüte. Auf diesen Wiesen brüten seltene Vögel wie das Braunkehlchen und der Wiesenpieper.

Im Juni und Juli wechselt der Farbton der Wiesen ins Rosa. Der Wiesenknöterich blüht dann. Er dient dem Blauschillernden Feuerfalter als Nahrungspflanze für seine Raupen.

Auch die Sumpfdotterblume mag feuchte Standorte und gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Früher wurden die Knospen in Essig eingelegt und als Kapern-Ersatz gegessen. Trotz der Giftigkeit dieser Pflanze!

Bäume wie die Erlen mögen nasse Füße. Durch den vielen Regen in diesem Frühjahr, führt der Gilsbach eine Menge Wasser und nährt die Feuchtigkeit liebenden Pflanzen auf den angrenzenden Wiesen.

Wer mit wachen Augen durch das Gilsbachtal geht, der entdeckt die kleinen Dinge des Lebens, von denen es heißt, sie seien wesentlich. Es tut gut, sich solchen Perlen der Natur hinzugeben und sie zu genießen. Im nächsten Moment kann der Wind sie schon wieder davon wehen.

Der Rundweg durch das Gilsbachtal zeigt die beiden Gesichter dieses FFH-Gebietes: Unten liegen die Nass- und Feuchtwiesen, oben, wo das Regenwasser den Hang herunterlaufen kann, wachsen Magerrasen und Obstbäume.

Ein Spaziergang im Gilsbachtal tut gut, weil wir hier einer Pflanzen- und Tierwelt begegnen, die es anderswo längst nicht mehr gibt. Es ist wichtig, solche Bachtäler unter Schutz zu stellen, um die Artenvielfalt zu erhalten.

Stand: 27.05.2021, 12:38 Uhr