Zeitreise ins Reich der Bäume

Zeitreise ins Reich der Bäume

Der Gehölzgarten Ripshorst ist in vier historische Abschnitte gegliedert. Auf zwei Kilometern spaziert man hier durch die Vegetationsentwicklung von 60 Millionen Jahren – und gelangt vom "Urwald" zum "Kulturwald".

Ginkgo-Hain im Gehölzgarten Ripshorst

Der Spaziergang samt Zeitreise beginnt an einem Ginkgo-Hain; hier stehen die ältesten noch immer existierenden Bäume der Welt.

Der Spaziergang samt Zeitreise beginnt an einem Ginkgo-Hain; hier stehen die ältesten noch immer existierenden Bäume der Welt.

Der Ginkgo ist ein lebendes Fossil, schon vor rund 300 Millionen Jahren gab es diese Baumart auf der Erde. Hier wird klar, warum der Ginkgo auch "Fächerblatt-Baum" genannt wird. Aus den fächerartig geformten Blättern werden unter anderem Medikamente hergestellt. Diese sollen z. B. bei schlechter Durchblutung helfen oder das Gehirn leistungsfähiger machen.

Der Weg führt nun hinein in einen urzeitlichen Wald mit fast schon mystischer Atmosphäre. An die 140 unterschiedliche Baumarten stehen hier; alle gab es bereits vor der letzten Eiszeit – dazu zählen so exotische Gehölze wie Blauglockenbaum, Taschentuchbaum oder Hickorynuss.

Die Früchte des Catalpa – nicht von ungefähr wird er auch "Bohnen-" oder "Zigarren-Baum" genannt.

Auch der Name des "Schlangenhaut-Ahorns" ist sehr zutreffend. Seine eigenartige grün-weiß gemusterte Rinde fühlt sich ganz glatt und eben wie Schlangenhaut an.

Der Spaziergang führt vorbei an einer Wiese, hier kann man dem "Zauberlehrling" zusehen, einem tanzenden Strommast – ein Kunstwerk, errichtet im Rahmen der Emscherkunst, das aus der Reihe tanzt.

Die Zeitreise durch das Reich der Bäume ist in vier historische Abschnitte gegliedert. Hier geht es auf einer Allee in den zweiten Bereich; zu Pioniergehölzen wie Birke, Pappel und Kiefern, die sich nach der Eiszeit als erste wieder angesiedelt haben.

Eine Treppe führt in den dritten Abschnitt, der zeigt, wie sich unser heutiger Mischwald mit Buchen, Linden und Eichen entwickelt hat.

Der dichte Buchenwald lichtet sich und gibt den Blick frei auf eine große Obstbaumwiese und damit auf die vierte und letzte Station. Hier wird die Kulturnutzung von Gehölzen, also die Anpflanzung und Züchtung durch den Menschen, gezeigt.

Der Weg ist übersät mit (sehr stachligen!) Esskastanien – man kennt sie auch unter dem Begriff "Edelkastanien" oder "Maronen".

Noch sind auch die Bäume voller Früchte, gut verpackt in ihrem Stachelkleid. Zum Ernten sollte man möglichst Handschuhe tragen.

In der pieksigen Hülle verbirgt sich die essbare, dunkelbraun glänzende Nussfrucht. Vor allem geröstet sind die Maronen äußerst lecker – und bald auf jedem Weihnachtsmarkt zu haben.

Die meisten Obstbäume sind zu dieser Jahreszeit schon leer, an diesem hier gibt es noch reiche Ernte: Diese essbaren Zieräpfel sind allerdings puppenstubenklein! Die etwa kirschgroßen Früchte schmecken aber erstaunlich gut und deutlich nach Apfel …

Stand: 10.11.2019, 10:40 Uhr