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Geheimnisvolle Davert - Naturzauber vor den Toren Münsters

Der Emmerbach fließt behäbig und ruhig durch das Naturschutzgebiet, das außerdem FFH-Gebiet ist und den Status "europäisches Vogelschutzgebiet" trägt. Hier in der Davert leben über fünfzig Brutpaare des seltenen Mittelspechts. Der Emmerbach ist eine Kinderstube für Libellen. Die stark gefährdete Helm-Azurjungfer ist hier zuhause. In der Davert gibt es landesweit das größte Vorkommen dieser Libellenart.

Birkenwald

In der Davert wechseln sich offene Flächen und kleine Waldstücke ab, - eben typisch Münsterland. Die Birke mag feuchte Untergründe. Man kommt sich an manchen Stellen ein bisschen vor wie in der Taiga. Undurchdringlich wirken diese Birkenbestände. Hier darf der Wald so sein, wie er möchte: unaufgeräumt, mit Totholzbäumen, die Wasserspeicher und Lebensraum vieler Tiere sind.

In der Davert wechseln sich offene Flächen und kleine Waldstücke ab, - eben typisch Münsterland. Die Birke mag feuchte Untergründe. Man kommt sich an manchen Stellen ein bisschen vor wie in der Taiga. Undurchdringlich wirken diese Birkenbestände. Hier darf der Wald so sein, wie er möchte: unaufgeräumt, mit Totholzbäumen, die Wasserspeicher und Lebensraum vieler Tiere sind.

Eichen-Buchenwälder und Eichen-Hainbuchenwälder herrschen hier vor, durchsetzt mit Erlen- und Birkenbrüchen. Die Eichenwälder in der Davert gehören zu den größten in Deutschland. Auch ein ganz seltener Baum ist hier zuhause: Die Flatterulme. Unter anderem zu erkennen an ihrem markanten Stamm, der an Mangroven erinnert. Also: Urwaldgefühl mitten im Münsterland!

Es scheint, als wachse die Flatterulme bis in den Himmel. In der Davert wird nicht durchgeforstet wie in einem Wirtschaftswald; hier dürfen die Bäume alt werden und auch sterben, damit sie als Totholzbaum weiterhin der Waldgemeinschaft nützlich sein können. Leben und sterben, - von diesem ewigen Zyklus erzählt uns die Natur.

Die alten Entwässerungsgräben sind heute noch zu sehen. Vor ca. zweihundert Jahren hat man die sumpfige Davert versucht trocken zu legen, um sie nutzbar zu machen. Eichen wurden gepflanzt. Wo der Boden noch immer nass und feucht ist, fühlen sich Erlen und Birken wohl.

In Zeiten des Klimawandels stellt sich die Frage, welche Baumarten wir zukünftig pflanzen. Wälder brauchen Struktur und Vielfalt, so wie die menschliche Gemeinschaft auch. Monokulturen mag die Natur nicht. Hier werden Baumarten erprobt. Um die Setzlinge vor Verbiss zu schützen, sind sie in eine Ummantelung gehüllt.

Diese Pflanzen am Wegesrand sehen aus wie Duschen unter freiem Himmel. Vielleicht doch etwas zu kalt für den Monat Januar.

Wer durch die Davert bei Münster geht, der wird begleitet vom Rufen der Gänse. Hier sehr schön zu sehen: Der Wechsel zwischen Waldstücken und Offenland. Im Übergangsbereich stehen Hecken. Dieser "Flickenteppich" aus unterschiedlichen Lebensräumen bietet vielen verschiedenen Tieren und Pflanzen ideale Bedingungen. So geht Bio-Diversität.

Vormals lebten die "Davertnickel" noch hier. Robuste Kleinpferde, die dem Menschen in der Landwirtschaft und als Militärpferd dienten. Diese Pferderasse starb um 1812 aus. Heute grasen Koniks hier. Osteuropäische Pferde, die den Dülmenern ähnlich sehen. Sie betreiben gemeinsam mit den auerochsenähnlichen Heckrindern Landschaftspflege in der Emmerbachaue. 

Die Davert bei Münster ist ein Kleinod. Auf dem 4,5 Kilometer langen Naturlehrpfad können wir vieles entdecken, begreifen und verstehen. Der Wald erzählt vom Zyklus des Lebens und wenn wir durch ihn spazieren, begreifen wir Menschen uns vielleicht als Teil dieser großen Natur.

Stand: 13.01.2022, 14:28 Uhr