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WG-Erfahrung für Astronauten Alexander Gerst im All wichtig

 Alexander Gerst, Astronaut in der Raumstation ISS  mit Blick auf die Erde

WG-Erfahrung für Astronauten Alexander Gerst im All wichtig

Dem Astronauten Alexander Gerst hat seine Erfahrung in Wohngemeinschaften bei der Vorbereitung für die Zeit im Weltraum geholfen: "Wäsche abnehmen, Zahnbürsten wegräumen, Küche und Klo regelmäßig putzen: Das ist da oben genauso wichtig", sagte der 44-Jährige dem Magazin "Zeit Campus". Auch für das WG-Klima sei es gut, "weniger Spuren zu hinterlassen, als vorher da waren".  

Als Student der Geophysik war Gerst demnach nicht übermäßig strebsam. "Ich habe eigentlich nie mehr gelernt als notwendig und saß in den Vorlesungen meistens ganz hinten", sagte er. Aber wenn ihn etwas interessiert habe, habe er "bei den Professoren nicht locker gelassen, bis ich mit ihrer Antwort zufrieden war".

Angesichts der Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise setzt Gerst auf Gespräche am Telefon, im Chat und bei einem Bier bei Skype. Auch auf seinen Missionen im All 2014 und 2018 habe er sich nie einsam gefühlt, sagte er. "Einsamkeit hängt ja nicht davon ab, wie viele Menschen um einen rum sind, sondern von der Qualität der Kommunikation und davon, wie viel Kontakt man hat."

Auch in seiner Kölner Wohnung kann der Astronaut sich demnach gut allein beschäftigen. Er habe von seinen Missionen im Weltraum noch rund 80.000 Fotos, die er nie angeschaut habe. "Damit könnte ich mich monatelang beschäftigen", sagte Gerst.

Stand: 03.06.2020, 12:40