Belgiens ehemaliger König Albert II. macht Vaterschaftstest

Collage: (l.) Der ehemalige belgische König Albert ll., (r.) Künstlerin Delphine Boël

Belgiens ehemaliger König Albert II. macht Vaterschaftstest

Belgiens Ex-König Albert II. wird der gerichtlichen Anordnung eines Vaterschaftstests Folge leisten. Das haben jetzt die Anwälte des 84-Jährigen verkündet. Die 51-Jährige Delphine Boël kämpft seit Jahrzehnten darum, als Alberts Tochter anerkannt zu werden.  

Die Tatsache, dass der frühere belgische König möglicherweise ein uneheliches Kind hat, beschäftigt die belgische Öffentlichkeit seit langem. Offiziell erkannte er Boël nie als seine Tochter an. Allerdings wollen viele Belgier in seiner Weihnachtsansprache im Jahr 1999 ein verstecktes Eingeständnis erkannt haben: Damals sprach das Staatsoberhaupt von einer Krise, die seine Ehe in den Jahren 1960 bis 1970 durchlitten habe.

Boël versucht seit Jahren, die Vaterschaft des im Jahr 2013 abgetretenen Königs nachzuweisen. Erst seit dessen Abdankung sind ihr rechtliche Schritte möglich, weil ein amtierender König Immunität genießt. Im vergangenen Oktober hatte ein Brüsseler Berufungsgericht nach jahrelangem Rechtsstreit den DNA-Test angeordnet und Albert eine Frist von drei Monaten gesetzt. Albert legte im Februar Einspruch gegen das Urteil ein. Mitte Mai drohte das Gericht dem Ex-König mit einer Geldstrafe von 5000 Euro pro Tag, sollte er sich dem Test weiterhin verweigern. Das Ergebnis soll vorerst unter Verschluss bleiben.

Boël wurde 1968 als Tochter der belgischen Adeligen Sybille de Sélys Longchamps geboren.

Stand: 29.05.2019, 12:40