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Virtuelle Welten – Keine Frage des Alters

Ein Demenzpatient mit einer Virtual-Reality-Brille

Virtuelle Welten – Keine Frage des Alters

Von Anne Debus

  • "Silver Gamer" auf dem Vormarsch
  • Viele Computerspiele eignen sich auch für Senioren
  • Virtual-Reality-Brillen halten Einzug in Altersheimen

Virtuelle Welten - Keine Frage des Alters

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 25.08.2018 16:11 Min. Verfügbar bis 25.08.2019 WDR 4

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Eintauchen in fremde Welten 

Virtual-Reality-Brillen sehen aus wie übergroße Taucherbrillen und versetzen uns in eine andere Welt. Über eine Verbindung zum Computer zeigen sie dem Träger täuschend echte dreidimensionale Bilder: Tauchen im Roten Meer, Wandern im Grand Canyon oder als Lokführer unterwegs sein – alles ist möglich. Mittels Sensoren werden sogar die Bewegungen des Trägers in das virtuelle Erlebnis eingebaut.

Auch in Seniorenheimen kommen VR-Brillen bereits zum Einsatz, zur Unterhaltung und um den Senioren virtuelle Reisen zu ermöglichen. Die 95-jährige Melitta Braun im Kölner Altersheim St. Maternus ist begeistert von ihren virtuellen Ausflügen: "Das ist ein Erlebnis, das sieht man nicht jeden Tag. Und wenn man abends allein im Bett liegt, dann denkt man: Das war doch sehr schön!"

VR-Brillen – Hoffnung für Demenzkranke?

Virtuell an andere Orte reisen, auch an Orte der Vergangenheit – da liegt der Gedanke nahe, Virtual-Reality-Technik auch bei Demenzerkrankten einzusetzen, um ihre Erinnerung zu wecken. Mediziner haben bereits begonnen, diesen neuen Ansatz zu untersuchen.

Der Altersforscher Dr. Uwe Kleinemas von der Uni Bonn mahnt allerdings zur Vorsicht. "Man wird sehr behutsam im Einzelfall entscheiden müssen, ob das sinnvoll ist. Es kann beispielsweise eine Gefahr darin liegen, dass bei Demenzerkrankten durch das Aufsetzen der VR-Brille Ängste ausgelöst werden oder noch mehr Verwirrung entsteht."

Besser als ihr Ruf: Computerspiele

Viele Menschen assoziieren digitale Spiele mit blutrünstigen Schießspielen und Vereinsamung vor dem Computer. Stimmt nicht, sagt unser Studioexperte, der Medienwissenschaftler Jörg Müller-Lietzkow von der Uni Paderborn.

Über das Internet könne man etwa zusammen mit Spielern an anderen Orten Doppelkopf oder Schach spielen und so neue Kontakte knüpfen. Oder in Simulationsspielen Phantasie und Kreativität ausleben, indem man seine eigene Stadt aufbaut oder selber virtuell zum Fußballtrainer oder Piloten wird.

Die meisten Computerspiele sind auch für Einsteiger geeignet, da die Erklärungen im Verlauf des Spiels mitgeliefert werden. Herunterladen kann man Spiele auf dem Smartphone und dem Tablet aus dem App-Store, am PC sucht man im Internet nach entsprechenden Anbietern.

Stand: 25.08.2018, 00:00