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Zeit für Reiseunabhängigkeit - der "Rentnertraum" Wohnmobil

Wohnmobil auf den Serpentinen

Zeit für Reiseunabhängigkeit - der "Rentnertraum" Wohnmobil

Von Christoph Tiegel

  • Mieten ist meist vorteilhafter
  • Jeder Zusatz-Komfort kostet extra
  • Unbedingt Fahrberechtigung checken

Appartement auf Rädern

Ein Wohnmobil ist ein Ferienappartement auf Rädern. Selbst kleinere Fahrzeuge haben Bett, Tisch, Sitzgelegenheiten, Kühlschrank, Kocher, Heizung, Bad und Toilette an Bord. Tanks für Frisch- und Abwasser, eine Propangasflasche und eine Batterie ermöglichen eine Zeitlang das Reisen, unabhängig von Campingplätzen oder speziellen Wohnmobilhäfen. Während der beruflich aktiven Zeit hat die Reiselust natürlich Grenzen, denn die Zahl der Urlaubstage ist endlich. Aber als Rentnerin oder Rentner, da steht auch ausgiebigen Touren mit einem Wohnmobil nichts mehr im Wege. Vorher sollten aber ein paar grundlegende Fragen geklärt werden.

Mieten oder kaufen?

Zunächst mal die wichtigste Frage: mieten oder kaufen? Die Neukaufpreise für ein Mittelklassewohnmobil starten bei 45.000-50.000 Euro, Mietpreise beginnen bei 75 Euro/Tag (können bei gehobener Ausstattung aber auch leicht mal bei 200-300 Euro liegen). Für unseren Studiogast, den Wohnmobilfan und -fachmann Peter Meintz, sprechen persönlich drei Gründe fürs Ausleihen. "Der Hauptgrund, man bindet (mit einem Kauf, die Red.) sehr viel Geld und man hat Probleme, die Wohnmobile hier im Ruhrgebiet sicher abzustellen." Auf allen wirklich sicheren Plätzen gebe es Wartelisten, "also innerhalb von zwei, drei Jahren ist es schon schwierig, einen Platz zu kriegen." Außerdem wolle er beim Verreisen grundsätzlich frei bleiben für andere Urlaubsformen. Für Menschen, die maximal 20-30 Tage im Jahr mit dem Wohnmobil unterwegs sein wollten, sei ein Mietfahrzeug finanziell immer vorteilhafter. Erst bei mehr als 50 Tagen rechne sich in der Regel die Anschaffung eines eigenen Wohnmobils.   

Welches Modell mit welcher Ausstattung?

Am Beginn jeder Beratung sollte die Fahrberechtigung stehen. Grundsätzlich dürfen mit dem normalen Pkw-Führerschein nur Fahrzeuge bis max. 3,5 t bewegt werden. Bei älteren Führerscheinen ("Klasse 3") dürfen die Fahrzeuge auch schwerer (bis max. 7,5 t) sein. Bei der Auswahl des passenden Wohnmobils kommt es laut Peter Meintz entscheidend auf die eigenen Platzbedürfnisse an. "Will man ein Doppelbett? Einzelbetten? Wie muss der Schlafkomfort sein? Da unterscheiden sich Wohnmobile massiv", weiß unser Auto-Experte. Dann stelle sich die Frage der Verpflegung: "Will man da drin richtig kochen? Oder ist das mehr so eine Frühstücks-Lounge? Es gibt Wohnmobile, die haben sogar einen Backofen." Da sei im Grunde "alles möglich", man müsse sich nur im Klaren sein, "jedes Zubehör, was man einbaut, kostet Geld und verursacht zusätzliche Betriebskosten". Abschließende dringende Empfehlung vom Wohnmobilfan und -fachmann: wer ernsthaft vorhabe, sich ein Wohnmobil anzuschaffen, sollte diese besondere Form des Urlaubs mindestens einmal (mit einem geliehenen Modell) ausprobiert haben. Nicht jeder, der vom Wohnmobilurlaub träumt, werde auch in der Praxis glücklich damit.   

Stand: 06.06.2019, 16:53