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Wir mischen mit! Politik und Senioren

Zwei ältere Teilnehmer der Mahnwache "Kein Platz für Rassismus" im hessischen Wächtersbach 2019. Auf einem Schild steht "Omas und Opas gegen Gewalt von Rechts"

Wir mischen mit! Politik und Senioren

Von Christoph Tiegel

  • "Grandparents for Future" demonstrieren fürs Klima
  • "Omas gegen Rechts" bekämpfen Rassismus
  • Viel Raum für politisches Engagement im Alter

Wir mischen mit! Politik und Senioren

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 14.09.2019 11:37 Min. Verfügbar bis 13.09.2020 WDR 4

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Grandparents for Future

Vor gut einem Jahr begann das schwedische Mädchen Greta Thunberg seinen Schulstreik für das Klima und setzte damit die weltweite Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" in Gang. Sie bringt seit gut einem Jahr Freitag für Freitag auch in Deutschland viele tausend Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten auf die Straße.

Anscheinend hat diese Bewegung aber auch die Eltern- und Großeltern-Generation neu mobilisiert. Als "Parents for Future" und "Grandparents for Future" unterstützen sie die Klimaschutzanliegen der Jugend. Dabei belegt der sogenannte "Freiwilligensurvey" (Überblick) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein ohnehin hohes gesellschaftliches Engagement gerade auch der älteren Menschen.

Die vier wichtigsten Engagementbereiche von Älteren sind der soziale Bereich, Sport und Bewegung, Kultur und Musik sowie Kirche und Religion. Personen im Alter von 50 bis 64 Jahre engagieren sich überdurchschnittlich häufig im sozialen Bereich, in den Bereichen Kultur, Musik, Freizeit und Geselligkeit sowie Politik und politische Interessenvertretung.

Omas gegen Rechts

Sie machen von sich reden, immer öfter sieht man sie auf Demos und Stadtfesten, ganz selbstbewusst tragen sie da ihre Plakate, Buttons und Aufkleber: die "Omas gegen Rechts". Vor zwei Jahren wurde die Bewegung in Österreich ins Leben gerufen, mittlerweile haben sich die "Omas" auch in Deutschland konstituiert. Inzwischen gibt es auch mehrere Gruppen an Rhein und Ruhr.

Seit gut einem Jahr sind die "Omas gegen Rechts" auch in Bochum und Umgebung aktiv, als Regionalgruppe West. Gegen jede Form von Rechtspopulismus und Rassismus wollen sie kämpfen, als überparteiliche Initiative mitmischen und – wie es eine der Bochumer "Omas" formuliert – "den rechten Bewegungen entgegentreten, sagen: Achtung, so einfach werdet ihr es nicht haben, wir sind da! Auf Veranstaltungen, Straßen, Festen. Wir versuchen auch, gerade mit Rechten zu diskutieren, zu argumentieren."

Rund 80 Mitglieder aus dem gesamten Ruhrgebiet hat die Bochumer Gruppe, die über Facebook vernetzt ist und sich regelmäßig trifft. Dabei stehen sie voll und ganz zum Namen der Bewegung: "Omas sind lebenserfahren und furchtlos, das hilft alles, wenn man politisch aktiv sein will."

Unser Studiogast: Silke Leicht (BAGSO)

Welche ganz verschiedenen Möglichkeiten es gibt, sich im Seniorenalter politisch zu engagieren – darüber spricht Moderator Michael Westerhoff mit Silke Leicht von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO). Dort ist sie Fachreferentin für "Teilhabe und politisches Engagement älter Menschen" und außerdem Leiterin der Geschäftsstelle "Internationale Altenpolitik".

Silke Leicht: "Politisches Engagement ist eine Möglichkeit, sich auch im Alter in die Gesellschaft einzubringen und Dinge zu bewegen." Dies könne zu konkreten Anliegen vor Ort sein oder zu Zukunftsfragen, die einem am Herzen liegen, wie zum Beispiel Engagement für Umwelt- und Klimaschutz oder für Gerechtigkeit. "Noch nie gab es so viele Möglichkeiten, sich politisch einzubringen. Dabei spielen auch die sozialen Medien eine große Rolle. Viele Ältere sind gut informiert. Sie haben Sorge, dass Errungenschaften wie Frieden in Europa und Demokratie wieder bedroht sein könnten.

Stand: 12.09.2019, 16:02