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Mit Freu(n)den in den Ruhestand – die Initiative ZWAR

Zwei Senioren auf einem Basketballplatz

Mit Freu(n)den in den Ruhestand – die Initiative ZWAR

Von Anne Debus

  • Über ZWAR können sich Menschen 50 plus vernetzen
  • Gruppen bieten unterschiedlichste Aktivitäten
  • ZWAR-Gruppen gibt es in rund 70 NRW-Kommunen

Mit Freu(n)den in den Ruhestand die Initiative ZWAR

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter | 19.01.2019 | 13:20 Min.

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Die Geschichte von ZWAR

1979 startete die Universität Dortmund das Projekt "ZWischen Arbeit und Ruhestand". Hintergrund waren das Zechensterben und die Rationalisierungs-Welle in der Stahlindustrie – es gab auf einmal so viele Frührentner wie nie zuvor, von denen viele in ein tiefes Loch fielen. Ihnen wollte man sozialen Rückhalt und Freizeitmöglichkeiten bieten.

Das Projekt begann damit, Menschen jenseits der 50 in Gruppen zusammenzuführen, nach dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe". Schon bald wurde die Landesregierung auf die Initiative aufmerksam und gewährte erste Fördermittel.

Mittlerweile gibt es in rund 70 Kommunen in NRW mehr als 200 ZWAR-Netzwerke und Gruppen, in denen sich Tausende Menschen zusammengeschlossen haben.

Wie ZWAR funktioniert

Die Grundlage von ZWAR sind "Basisgruppen", die sich alle zwei Wochen treffen und in denen jeder mitmachen kann. Damit die Teilnehmer sich zwanglos kennenlernen, gehen die Gruppen etwa gemeinsam spazieren oder fahren Fahrrad – alles, was nichts kostet und schnell zu organisieren ist. Im zweiten Schritt bilden sich kleinere "Aktivitätengruppen" für spezielle Interessen. Hier ist alles möglich: Kartenspielen, gemeinsames Kochen, Kino- oder Konzertbesuche oder auch größere Projekte. Das alles organisieren die Teilnehmer eigenverantwortlich. Im Idealfall entstehen so Nachbarschafts-Netzwerke, in denen die Mitglieder nicht nur gemeinsam Freizeit gestalten, sondern sich auch gegenseitig helfen.

Unterschiedlichste Angebote

In den Aktivitätengruppen kommen auch ungewöhnliche Interessen zum Tragen. Wie etwa in der ZWAR-Seglergruppe in Dortmund. Gemeinsam haben die Mitglieder einen alten Lastkahn restauriert, auf dem sie nun segeln und den sie weiter in Schuss halten.

Der Reiz daran, trotz der vielen Arbeit? Uli Coswig und Frank Reinemann müssen nicht lange überlegen: "Kameradschaft; man hat das Gefühl, dass man noch gebraucht wird." "Ich hatte über die Medien von der ZWAR erfahren, bin dann einfach mal hier hin gegangen und hab gesagt: 'Da machst du mit'. Ist doch wesentlich schöner, hier zu sein, als alleine zu Hause zu sitzen!"

Stand: 18.01.2019, 00:00