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Bitte mal aufstehen! Warum zu viel Sitzen ungesund ist

Frau sitzt im Büro am Schreibtisch

Bitte mal aufstehen! Warum zu viel Sitzen ungesund ist

Von Anne Debus

  • Zu viel Sitzen fördert Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Schon etwas Bewegung im Sitzen hilft
  • Besser: Jede Stunde einmal aufstehen und herumgehen

Bitte mal aufstehen! Warum zu viel Sitzen ungesund ist

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 24.10.2020 13:07 Min. Verfügbar bis 24.10.2021 WDR 4 Von Anne Debus


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Warum zu viel Sitzen ungesund ist

Zu langes Sitzen ist gleich mehrfach schlecht: Weil man sich dabei wenig bewegt, werden Muskeln abgebaut und man verbrennt kaum Kalorien. Das fördert Übergewicht und Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes. Gleichzeitig stockt auch der Flüssigkeitshaushalt des Körpers: Blut und Wasser versacken in den Beinen, das Gehirn und andere Organe werden nicht mehr richtig mit Nährstoffen versorgt. Und das spürt man auch, sagt unser Studioexperte, der Sportwissenschaftler Dr. Ingo Froboese:

"Wir merken das spätestens dann, wenn wir zwei Stunden gesessen haben, und wir es nur noch mit Kaffee und Gummibärchen schaffen, wach zu bleiben. Weil das Gehirn nicht optimal versorgt wird!"

Schon ein bisschen 'Herumzappeln' beim Sitzen hilft

Auch beim Sitzen kann man sich bewegen: Zum Beispiel einfach mal die Oberschenkelmuskeln anspannen, mit der Lehne des Schreibtischstuhls nach hinten kippeln oder mit den Füßen wippen, empfiehlt Sportwissenschaftler Ingo Froboese:

"Kleinvieh macht auch ganz schön viel Mist. Sich ein bisschen nach rechts und links zu dehnen, den Körper auch mal zu drehen – das hilft!" Denn so bleiben Muskeln und Stoffwechsel in Schwung. Zappelphilippe verbrennen pro Tag rund 300 Kalorien mehr als Stillsitzer.

Und auch wenn der Chef ungnädig guckt – alle zwei Stunden sollte man ruhig mal die Beine hochlegen, rät Dr. Ingo Froboese: "Und zwar höher als die Hüfte. Damit das Blut und andere Körperflüssigkeiten wieder zur Körpermitte zurückfließen."

Zwei mal Sport reicht nicht als Ausgleich

Wer viel sitzt, braucht als Ausgleich Bewegung. Zwei mal die Woche Fitnessstudio oder Joggen reichen dafür aber nicht, erklärt unser Studioexperte:

"Eine Woche hat ja 168 Stunden. Und wenn ich dann zwei- bis drei mal pro Woche abends ins Fitnessstudio gehe oder ein bisschen jogge, dann bleiben immer noch 165 Stunden Inaktivität. Und das reicht eben nicht – Bewegung muss ständig in den Alltag integriert werden."

Das geht auch, wenn man wegen Corona immer öfter zuhause ist. Zum Beispiel, indem man es hält wie Ingo Froboeses Oma: "Meine Oma hatte beim Bügeln den Wäschekorb immer in einem anderen Zimmer. So marschierte sie immer für ein Teil vom Wäschekorb hin zum Bügelbrett und wieder zurück. Und so sammelte sie Schritte!"

Stand: 25.10.2020, 14:32