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Betreutes Wohnen

Wohnstift, Seniorenheim oder Wohnen mit Service – wie man ein passendes neues Zuhause findet

Stand: 19.11.2022, 00:00 Uhr

Die Treppe wird allmählich zu steil, der Haushalt zu anstrengend und Haus oder Wohnung sind nach dem Auszug der Kinder zu leer? Dann ist es vielleicht besser, in eine Einrichtung umzuziehen, in der man Unterstützung und Gesellschaft hat. Bei WDR 4 Mittendrin geben wir Tipps, wie man die passende findet.

Von Anne Debus

Wohnstift, Seniorenheim oder Wohnen mit Service - neues Zuhause

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 19.11.2022 15:28 Min. Verfügbar bis 19.11.2023 WDR 4 Von Anne Debus


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Es muss nicht gleich ein Heim sein

Seniorenheim, Altenheim, Seniorenresidenz, betreutes Wohnen – es gibt viele Begriffe, die oft bunt durcheinander verwendet werden. Und die auch rechtlich nicht geschützt sind.

Aber in der Regel versteht man unter einem Alten- oder Seniorenheim ein Pflegeheim, in dem nur Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen aufgenommen werden, die ständige Betreuung brauchen.

Etwas ganz Anderes sind Angebote aus der Kategorie "Betreutes Wohnen" oder "Wohnen mit Service": Hier mietet man eine abgetrennte Wohnung in einem Gebäude oder sogar ein ganzes Haus auf einer größeren Anlage. Dort kann man dann eigenständig wohnen, aber je nach Wunsch auch Serviceleistungen dazu buchen. Manche Einrichtungen haben auch eine angegliederte Pflegestation, in die man bei Bedarf überwechseln kann.

Zum betreuten Wohnen zählen auch Seniorenresidenzen und Wohnstifte. Sie bieten meist einen gehobenen Service, zum Beispiel ein eigenes Schwimmbad, ein Restaurant oder ein hauseigenes Theater.

Wie man die passende Einrichtung findet

Natürlich kann man einen Besichtigungstermin ausmachen, oft gibt es auch Tage der offenen Tür. Aber unsere Studioexpertin Felizitas Bellendorf – Fachfrau für Pflege und Gesundheit bei der Verbraucherzentrale NRW – hat noch einen anderen Tipp:

Bei offenen Feiern, zum Beispiel einem Sommerfest oder einem Adventsbasar, kann man eine Einrichtung und ihre Atmosphäre unverfälschter erleben, zwanglos mit Bewohnern und Personal ins Gespräch kommen und auch das Können der Küche testen.

Auch bei einem offiziellen Besichtigungstermin sollte man immer um ein Probeessen im Anschluss bitten. Nicht nur, um die Qualität des Essens zu überprüfen, sondern vor allem um Bewohner kennenzulernen und "auszufragen". 

Und noch ein Rat der Expertin: Zur Besichtigung Verstärkung mitnehmen! Ideal ist es, wenn Freunde oder Angehörige mitgehen. Dann kann man selbst die Atmosphäre auf sich wirken lassen, während der Begleiter eher die Sachfragen klärt. Und man hat jemandem, mit dem man sich nach dem Termin über die Eindrücke austauschen kann.

Worauf man beim "Wohnen mit Service" achten sollte:

  • Welche "Wahlleistungen" kann man dazu buchen? Gibt es zum Beispiel einen Wäsche- und Reinigungsdienst, einen Einkaufs- oder Fahrservice, werden Pflegeleistungen vermittelt, wird ein Mittagessen angeboten?
  • Was ist alles in der Miete enthalten und was muss man zusätzlich zahlen? Oft fallen für wichtige Wahlleistungen erhebliche Zusatzkosten an.
  • Existiert ein Angebot für Ausflüge oder gemeinsame Projekte mit den anderen Bewohnern – etwa ein Singkreis, ein Lesezirkel oder gemeinsame Radtouren? Das ist besonders dann wichtig, wenn Einsamkeit einer der Gründe war, das frühere Zuhause zu verlassen.
  • Gibt es einen Ansprechpartner für individuelle Bedürfnisse? Erhalte ich Hilfe bei Dingen des alltäglichen Lebens, etwa beim Ausfüllen von Formularen?
  • Gefällt mir die Umgebung der Einrichtung? Gibt es einen Park, Geschäfte, Kulturangebote und Ärzte, und wie ist die Verkehrsanbindung?