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Symbolbild Weihnachtskrippen

Weihnachtskrippen – Tradition mit ganz viel Kindheitsgefühl!

Stand: 09.12.2022, 09:52 Uhr

Alle Jahre wieder ... wird die Krippe aufgebaut. Für viele ist das eine Familientradition, die schlicht zum Weihnachtsfest gehört wie der geschmückte Baum oder der bunte Süßigkeiten-Teller. Die Krippengestaltung ist vielfältig und zum Teil erstaunlich fantasievoll.

Von Christoph Tiegel

Weihnachtskrippen – Tradition mit ganz viel Kindheitsgefühl!

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 10.12.2022 12:22 Min. Verfügbar bis 10.12.2023 WDR 4 Von Michael Westerhoff


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Krippen-Exotik im Bochumer Museum

Manfred Liepinski aus Bochum ist 81 Jahre alt, ehemaliger Bergmann und seit über drei Jahrzehnten begeisterter Krippen-Fan. Unter einem elektrischen Sternenhimmel hat er nicht eine, sondern hunderte (!) aufgestellt. Und zwar rund ums Jahr. Mit Eifer zusammengesammelt. Einige aber auch selbst gebaut. Zum Beispiel seine "Bergbaukrippe". Da finden Maria, Josef und ihr neugeborenes Jesuskind Zuflucht unter einem Schachtgerüst – ein handgefertigter Beitrag zur Weihnachts- und Heimatgeschichte.

Das Wohnhaus des früheren Elektromeisters ist zugleich Krippen-Werkstatt, Sitz des Ersten Bochumer Krippenvereins und Krippen-Museum. Die Ausstellungsstücke aus aller Welt sind gemacht aus Holz, Muscheln oder Swarovski-Kristallen, die Figuren mal winzig klein, mal lebensgroß – jede Krippe hat ihre ganz eigene Geschichte. Was es mit der "Kolibri-Krippe" aus Ecuador auf sich hat? Wie die "Perlmutt-Krippe" von Palästinenserführer Arafat nach Bochum kam? Manfred Liepinski hat jede Menge zu erzählen. Ein bisschen davon in unserer Mittendrin-Reportage.

Zeitgeschehen als Krippenszenen

Buchstäblich "mittendrin" ist man auch im Westfälischen Museum Religio in Telgte. Genau so lautet nämlich das künstlerische Thema der alljährlichen großen Krippenausstellung. "Mittendrin" steht dabei für: aktuelles Zeitgeschehen – z. B. Klimawandel, Ukrainekrieg, Pandemie – alles umgesetzt in Krippenszenen. Über 100 Künstlerinnen und Künstler haben diese besondere Herausforderung angenommen.

Museumsdirektorin Anja Schöne ist Krippen-Expertin und schlägt in unserer Sendung den Bogen von den Krippen der Moderne zum biblischen "Original".

Symbol für die eigene Kindheit

Jürgen aus Dortmund ist mittlerweile über 70, erinnert sich aber noch ganz genau, wie er als Kind mit seinem Vater die Familienkrippe selbst "gebastelt" hat: "Die kam auch jedes Jahr wieder hin. Ungefähr einen halben Meter breit, 30 Zentimeter hoch und alle Figuren aus Holz, selbst ausgesägt."

Auch der 63-jährigen Ulrike aus Schwerte kommen beim Thema sofort Kindheitserinnerungen. In ihrer Familie waren Krippen offenbar kostbare Erbstücke: "Die standen auch Heiligabend unterm Baum. Man durfte die angucken, aber nicht anfassen."

Weihnachtliches Spielzeug

Krippen und Kinder – in der Familie der 75-jährigen Jutta aus Dortmund gab es da keinerlei Berührungsängste: "Als Kinder durften wir damit auch spielen unter dem Weihnachtsbaum, mein kleiner Bruder und ich. Maria, Josef, das Christkind – wir haben ja nicht viel zum Spielen gehabt, also haben wir mit diesen Figuren gespielt. Das war für uns ganz normal und sehr, sehr schön!"