Das Weihnachten meiner Kindheit

Zwei Geschwister unterm Weihnachtsbaum

Das Weihnachten meiner Kindheit

Von Anne Debus

  • Das liebste Weihnachtsgeschenk
  • Missgeschicke, die keiner mehr missen möchte
  • Die tatsächlich "liebe" Verwandschaft

Das Weihnachten meiner Kindheit

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 21.12.2019 13:52 Min. Verfügbar bis 20.12.2020 WDR 4

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Das liebste Weihnachtsgeschenk

Fast jeder erinnert sich spontan an ein besonderes Weihnachtsgeschenk aus der Kindheit. Vom ersten eigenen Bonanza-Rad haben Sie uns erzählt, von der Kullertränchen-Puppe oder einem ferngesteuerten Auto.

Aber die bescheideneren Geschenke in der Kriegs- und Nachkriegszeit machten offenbar genau so glücklich: Pullover oder Socken, gestrickt aus gebrauchter Wolle von aufgetrennter Kleidung. Oder neue Kleider für die Puppe, die die Mutter selbst nähte.

Inge aus Kamen freute sich in der Nachkriegszeit über eine selbstgebastelte Puppenstube von den Eltern. Ilse aus Hamm erinnert sich noch genau an den einen Boskop Apfel und das selbstgemachte Marzipan, die im Krieg auf ihrem bunten Teller lagen.

Missgeschicke, die keiner mehr missen möchte

Kirsten aus Lünen spielte im Wohnzimmer mit ihrem Cousin fangen. Beide landeten im Knusperhäuschen, das die Eltern liebevoll aus Waffeln gebastelt hatten. Dem Geschmack tat das keinen Abbruch: Fotos zeigen, wie der Nachwuchs die Bruchstücke verspeist.

Michael aus Soest hatte als Kleinkind ein Bein in Gips. Als die Eltern am Weihnachtstag einen Mittagsschlaf machen wollten, setzten sie den Jungen in einen Laufstall neben dem Weihnachtsbaum. Mit direktem Blick auf den Baumschmuck aus Schokolade.

Der Knirps hievte sein Gipsbein über das Gitter, verlor das Gleichgewicht und hielt sich an der Tanne fest, die auf ihn fiel. Für den kleinen Michael kein Drama: "Perfekt, dachte ich, und fing an, die Schokolade zu essen. Später fanden meine Eltern ein glücklich schlafendes Kind unter dem Weihnachtsbaum."

Die tatsächlich 'liebe' Verwandtschaft

Auch wenn Erwachsene oft über die Verwandtenbesuche an Weihnachten seufzen – als Kinder fanden wir sie offenbar meistens toll. In der Familie von Martin aus Kamen zum Beispiel wurden am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag immer die Großeltern besucht.

Eigentlich ein ungünstiger Zeitpunkt – denn natürlich wollten die Kinder lieber mit ihren Geschenken spielen, erzählte uns Martin.

"Aber ich kann mich gut daran erinnern, dass wir dann abends trotzdem nie von den Großeltern wieder weg wollten, weil es da so toll war. Weil eben die ganze Familie dort zusammen kam, und das war so mit das Schönste."

 

Stand: 20.12.2019, 11:50