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Die zersägte Nacht – was tun gegen Schnarchen

Das Bild zeigt einen schlafenden Mann, der schnarcht.

Die zersägte Nacht – was tun gegen Schnarchen

Von Anne Debus

  • Ab 50 schnarcht etwa jeder zweite
  • Am besten helfen Kieferschienen
  • Auch Alkohol spielt eine Rolle

Fast jeder zweite ab 50 tut es

Ab 40 schnarcht etwa jeder zweite Mann, ungefähr ab 50 auch jede zweite Frau. Der Grund: Damit wir atmen und schlucken können, ist der Rachen flexibel und wird nur durch Muskelspannung offen gehalten.
Mit zunehmendem Alter erschlaffen im Schlaf die Muskeln immer mehr, die Atemwege verengen sich. Dadurch entstehen Turbulenzen, Gaumensegel und Zäpfchen beginnen zu flattern und das sägende Geräusch entsteht.

Nasenklammer und Co. helfen kaum

Nasenklammern oder Nasenpflaster sollen die Nasenlöcher erweitern und so angeblich das Schnarchen stoppen. Unser Studio-Experte, der Schlafmediziner Dr. Michael Feld, hält davon aber nicht viel.
Solche Hilfsmittel könnten nur in leichten Fällen vorübergehend helfen, etwa bei einer verstopften Nase. Bei stärkerem Schnarchen und als Dauerlösung seien sie ungeeignet.

Als erstes zum Schlafmediziner

Wer stark schnarcht, sollte sich vom Schlafmediziner untersuchen lassen. Womöglich ist eine Engstelle in der Nase der Auslöser oder das Schnarchen tritt nur in Rückenlage auf. Im Schlaflabor können die Ärzte auch messen, ob man ungesunde Atemaussetzer hat.

Auf der Seite schlafen kann helfen

Schnarcht jemand nur in Rückenlage, kann man hier ansetzen. Shirts mit einem eingenähten Tennisball etwa machen die Rückenlage unbequem. Es gibt auch vibrierende Gurte, die von einem Sensor ausgelöst werden, sobald man sich auf den Rücken dreht.

Anti-Schnarch-Schiene und Atemmaske

Als bestes Mittel gegen Schnarchen empfiehlt unser Studio-Experte Dr. Michael Feld die sogenannte "Unterkiefer-Vorschub-Schiene". „Die müssen Sie sich vorstellen wie eine doppelte Knirscher-Schiene vom Zahnarzt, für unten und oben. Die zieht nachts den Unterkiefer ganz leicht vor, so dass der Zungenmuskel nicht mehr nach hinten fallen kann und der Rachen frei bleibt.“

Menschen mit häufigen Atemaussetzern hilft eine Atemmaske, die Luft in die Nase drückt und dadurch den Rachen offenhält.

Abnehmen und weniger Alkohol

Auch Abnehmen und weniger Alkohol am Abend sorgen für einen leiseren Schlaf. Übergewicht fördert nämlich das Schnarchen, weil Fettpölsterchen den Rachen einengen. 
Und Alkohol verstärkt die Muskelerschlaffung im Schlaf. Schon ab zwei Gläsern Bier oder einem großen Glas Wein schnarcht man deutlich lauter.

Stand: 19.06.2020, 10:14