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Vorsorgevollmacht: Den eigenen Willen gut geregelt wissen

Ein Füllfederhalter liegt auf einem Stapel mit Formularen, aus dem die Titel "Betreuungs-Verfügung", "Patientenverfügung" und "Vorsorge-Vollmacht" herausschauen.

Vorsorgevollmacht: Den eigenen Willen gut geregelt wissen

Von Christoph Tiegel

  • Was genau regelt die Vollmacht? 
  • Wie setzt man sie auf?
  • Wen setzt man ein?

Vorsorgevollmacht: Den eigenen Willen gut geregelt wissen

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 16.05.2020 15:38 Min. Verfügbar bis 16.05.2021 WDR 4 Von Michael Westerhoff

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Gesetzlichen Betreuer bestimmen

Wer aufgrund einer Krankheit oder nach einem Unfall seine Angelegenheiten nicht mehr selber regeln kann, braucht jemanden, der das stellvertretend übernimmt. Ein gesetzlicher Betreuer wird dann eingesetzt, wenn nicht vorab bestimmt wurde, wer entscheiden soll, wenn man es selber nicht mehr kann. Wenn es zum Beispiel um die Einwilligung in eine schwere Operation geht. Um finanzielle Dinge. Oder um die Frage, ob ein Umzug in ein Pflegeheim nötig ist. Denn anders, als man glauben könnte, dürfen dann nicht einfach so der Ehepartner, die eigenen Kinder oder enge Freunde einspringen. So unangenehm es sich anfühlen mag, über die eigene Betroffenheit von Krankheit, Unfall und Tod nachzudenken – es ist sinnvoll, dies durchaus schon in jüngeren Jahren zu tun. Jeder sollte vorsorglich eine Person seines Vertrauens ausdrücklich dazu berechtigen, stellvertretend für ihn nötige Entscheidungen zu treffen. Dies geschieht über eine Vollsorgevollmacht.

Was regelt die Vollmacht?

Eine Vollsorgevollmacht wird dann wichtig, sagt unsere Expertin Anja Lehmann von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland, "wenn es so weit ist, dass ich meinen Willen nicht mehr äußern kann, aber jemand für mich rechtsverbindliche Entscheidungen treffen muss". Die bevollmächtigte Person sollte naturgemäß eine sein, der man wirklich uneingeschränkt vertraut, schon weil diese später – anders als ein gesetzlich bestellter Betreuer – nicht unter behördlicher Aufsicht oder gerichtlicher Kontrolle steht. Geregelt werden sollten in der Vorsorgevollmacht neben der Gesundheitssorge – also z.B. das Recht, eine Patientenakte einzusehen oder in einen ärztlichen Eingriff einzuwilligen – die Entscheidungsbefugnis in Aufenthalts- und Wohnungs- und Behördenangelegenheiten sowie die allgemeine Vermögenssorge.

Wie setzt man sie auf?

Die Vorsorgevollmacht sollte man nicht freihändig selbst formulieren. Auch wenn es dafür grundsätzlich keine Formvorschriften gibt. Man muss dafür aber auch nicht unbedingt anwaltliche oder notarielle Hilfe in Anspruch nehmen. Unsere Expertin Anja Lehmann empfiehlt ein (kostenloses) Musterformular des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz, Teil einer Info-Broschüre zum Betreuungsrecht. "Mit diesem Formular ist eigentlich alles abgedeckt, was man regeln sollte, und man muss da eigentlich nur ankreuzen: Ja, das möchte ich geregelt haben, nein, das möchte ich nicht geregelt haben. Dann unterschreibt man das und ist damit eigentlich ganz gut aufgestellt."

Stand: 15.05.2020, 12:19