Traditionsberufe aus der guten alten Zeit

Traditionsberufe aus der guten alten Zeit

Traditionsberufe aus der guten alten Zeit

Von Christoph Tiegel

  • "Harzer" und "Küfer": Jobs von vorgestern
  • Unbekannte Welt der "verschwundenen Berufe"  
  • Haben "Bäcker" und "Schuster" eine Zukunft?

Traditionsberufe aus der guten alten Zeit

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter | 29.12.2018 | 12:29 Min.

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Berufe im Wandel

Gerade eben hat die letzte deutsche Steinkohlen-Zeche geschlossen. Damit ist auch der Beruf des Bergmanns hierzulande im Grunde gestorben. Schon länger verdient (außerhalb eines Handwerks- oder Technikmuseums) kaum noch jemand als "Harzer", "Köhler" oder auch "Küfer" sein Geld. "Dreher" und "Schriftsetzer" sind längst durch Maschinen ersetzt worden.

Wenn man heutzutage Azubis fragt, welchen Beruf sie lernen, dann kriegt man Antworten wie: "Automations-Techniker", "Fachwirtin für Messe- und Kongresswirtschaft", "Bauten- und Objektbeschichter" oder "MediengestalterIn".

Mancher fragt sich heute vielleicht auch mit etwas Wehmut, wo all die guten alten und handfesten Traditions-Berufe hin sind.

Spannende Jobs von vorgestern

Viele Tätigkeiten, die noch unsere Groß- und Urgroßeltern ganz selbstverständlich ausgeübt haben, sind weitgehend in Vergessenheit geraten oder restlos verschwunden. Wie spannend und zum Teil sehr unterhaltsam es sein kann, sich mit vergessenen Erwerbstätigkeiten wie der des "Laternenträgers", des "Fischbeinreißers" oder der "Briefmalerin" zu beschäftigen, vermittelt uns unser Studiogast, der österreichische Filmemacher und Buchautor Rudi Palla ("Die Welt der verschwundenen Berufe"). Durch ihn lernen wir unter anderem den längst ausgestorbenen Beruf des "Ameislers" kennen, das waren im Mittelalter zumeist sehr arme Leute, die in süddeutschen Wäldern Puppen der Ameisen sammelten, um sie dann als Futter für Ziervögel und –fische zu verkaufen.

Bäcker und Schuster adé?

Wie groß sind die Überlebens-Chancen von heute noch existenten Traditionsberufen - haben zum Beispiel der Bäcker oder der Schuster noch eine Zukunft? "Der Bäcker auf jeden Fall. Der Schuster ist eher in so ein Nobelhandwerk gewechselt", sagt Rudi Palla. Maßschuhe für einige hundert oder gar tausend Euro könnten sich ja nur Leute leisten, "die über eine bestimmte Finanzstärke verfügen." Es gebe "eine Art Nische für das edle Handwerk, da gehört der Schmied dazu, Hufschmied oder Kunstschmied, Maßschneider gibt es auch noch einige, die sich erhalten haben und die nach wie vor Kundschaft haben."

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Stand: 28.12.2018, 00:00