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Ältere Menschen und ihre Haustiere

Eine ältere Frau sitzt mit ihrem Hund auf einer Bank

Ältere Menschen und ihre Haustiere

Von Anne Debus

  • Für ältere Menschen eignen sich am besten ältere Tiere
  • Ein soziales Netz gibt Tier und Halter Sicherheit
  • Wer sucht, findet Helfer auch außerhalb der Familie

Ältere Menschen und ihre Haustiere

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 24.08.2019 12:54 Min. Verfügbar bis 23.08.2020 WDR 4

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Die eigenen Grenzen respektieren

Nur wenige von uns sind mit 70 oder 80 Jahren noch fit genug, um mit einem Husky Schritt zu halten oder sich gegen einen sturen Bernhardiner durchzusetzen. Bei der Wahl eines Hundes sollte man deshalb auf die Eigenschaften der Rasse achten.

Und auch das Alter des Tieres ist wichtig. Mal ehrlich: Katzen- und Hundewelpen sind nicht nur süß und lustig, sie bringen auch viel Schmutz, Unruhe und Arbeit mit sich.

Ältere Tiere dagegen sind ruhiger und anspruchsloser. Und meist sehr verschmust und anhänglich. In den Tierheimen warten viele solcher "grauen Schnauzen" auf ein liebevolles Zuhause.

Aus Altersgründen abgelehnt?

Immer wieder klagen ältere Menschen darüber, dass ihnen im Tierheim aufgrund ihres Alters kein Tier vermittelt wird, manchmal schon ab 60 aufwärts. Die Angst dahinter: Der Hund oder die Katze könnte sie überleben.

Eine generelle Altersgrenze existiert in Tierheimen aber nicht, erklärt die Mittendrin Studio-Expertin, Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund. Die Tierheime entscheiden als eigenständige Vereine selbst, an wen sie ein Tier abgeben.

"Als Dachverband der Tierheime empfehlen wir, da im Einzelfall zu entscheiden. Es gibt junge Leute, die wirklich Couchpotatoes sind, für die ein Hund das völlig falsche Haustier ist. Und es gibt ältere Leute, die noch total mobil sind und viel rausgehen. Da muss man sich individuell anschauen, was passt oder was nicht passt."

Vermittlung mit Sicherheitsnetz

Wer ein Tier zu sich nimmt, sollte für den Notfall jemanden haben, der es versorgen würde. Das gilt besonders im höheren Alter. Ein gutes soziales Netz ist oft auch für Tierheime das entscheidende Argument, um ein Tier einem älteren Interessenten anzuvertrauen.

Am einfachsten ist es natürlich, wenn der Partner oder die Kinder einspringen können. Über Aushänge beim Tierarzt, Nachbarschaftsprojekte oder soziale Netzwerke finden sich aber auch Lösungen außerhalb der Familie.

Viele tierliebe Menschen können selbst kein Haustier halten und freuen sich deshalb über Angebote, bei der Betreuung eines Hundes oder einer Katze zu helfen.

Stand: 23.08.2019, 10:25