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Eine Gruppe von Senioren nimmt an einem Tanzkurs teil

Immer gut für die Gesundheit: Tanzvergnügen kennt kein Alter!

Stand: 13.08.2022, 00:00 Uhr

Tanzen hält uns fit, regt unser Gehirn an und schafft nicht zuletzt Gemeinschaft. Auch Menschen im fortgeschrittenen Alter und mit eingeschränkter Mobilität finden passende Angebote. Ob im Tanzsportverein, in der Tanzschule oder in einem Begegnungszentrum.

Von Christoph Tiegel

Immer gut für die Gesundheit – Tanzvergnügen kennt kein Alter!

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 13.08.2022 12:08 Min. Verfügbar bis 13.08.2023 WDR 4 Von Michael Westerhoff


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Im Dortmunder Wilhelm-Hansmann-Haus steht Tanzlehrer Peter Hühner vor seinen Schülern im Alter von 67 bis über 80 – und macht die Bewegungen vor. Auf dem Parkett: in der Mehrzahl Frauen. Sie tanzen in Reihen, jede für sich allein. Die 73-jährige Monika findet das gut so: "Wenn man immer suchen muss, und das erst machen kann, wenn ein Partner zur Verfügung steht, hemmt das natürlich. So ist das ganz schön, da können alle Leute mittanzen, die Spaß an der Musik haben."

Alles von Walzer bis Ed Sheeran

Langsamer Walzer, Rock'n'Roll, Tango – alles kommt dran. "Ich spiele wirklich von 40er, 50er Jahren bis zur Moderne alles durch", sagt Tanzlehrer Peter Hühner, "und wenn dann die Enkel fragen: Oma, was tanzt du? Und wenn die dann sagt: ich tanze was zu Ed Sheeran, dann ist die Oma hoch im Kurs." Schrittfolgen, Armbewegungen beim Lehrer abschauen, nachmachen und später beim gemeinsamen Tanz wieder abrufen. Dabei arbeitet auch immer der Kopf mit. Tanzen trainiert auch die geistige Fitness.   

Tanzen ohne festen Partner

Das TanzFit-Konzept wurde vor einigen Jahren vom Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband (ADTV) entwickelt. Laut unserem Studiogast, der ADTV-Seniorenbeauftragten Claudia Krehn-Azghandi, ist es ein Angebot "für Senioren, die Tanzen als Freizeitbeschäftigung ansehen, aber ohne festen Tanzpartner kommen". Auf dem Programm steht dann jeweils ein ganzheitliches Training mit Linedance, Paartanz, Stepptanz, Round- und Squaredance – bis hin zu aktuellen Modetänzen.

Auch mit Rollator aufs Parkett

Es handelt sich um moderates und gelenkschonendes Körpertraining. Fachtanzlehrer für Seniorentanz haben eine Ausbildung im Bereich Gesundheit und Prävention absolviert. Sie sind deshalb in der Lage, die körperlichen Anforderungen immer richtig zu dosieren, bei Bedarf z. B. auch Rollator-Tanz oder Tänze im Sitzen anzubieten. Schlechteres Sehen oder Hören ist auch kein Ausschlussgrund. Bei Tanznachmittagen in Seniorenheimen können die Fachtanzlehrer dank ihrer Ausbildung selbst Parkinson-Patienten oder Menschen mit Demenz einbeziehen.

Training und Geselligkeit

Tanzen bringt Menschen zusammen. Das ist gerade im höheren Alter ein wichtiger Punkt, wenn sich das private Umfeld natürlicherweise verkleinert – wenn erwachsene Kinder wegziehen, Freunde und Bekannte oder auch der Lebenspartner versterben. Geselligkeit mit Kaffeeplausch gehört zu den TanzFit-Kursen von Claudia Krehn-Azghandi unbedingt dazu. Allerdings, wie sie betont, nur an der richtigen Stelle – das heißt: nach dem Training! "Ich lege da wirklich großen Wert drauf, dass in der Stunde schön fleißig gearbeitet wird, und danach kann man sich zusammen setzen und schön noch ein Käffchen trinken und so."