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Neuer Ansatz in der Medizin: Sport vor Operationen

Eine Frau und ein Mann heben im Fitnessstudio Gewichte

Neuer Ansatz in der Medizin: Sport vor Operationen

Von Anne Debus

  • Fitte Patienten haben bei OPs weniger Komplikationen
  • Besonders wichtig ist Kräftigung vor einem Gelenkersatz
  • Bewegung hilft Patienten auch durch die Krebsbehandlung

Sport vor Operationen

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 15.02.2020 15:03 Min. Verfügbar bis 14.02.2021 WDR 4 Von Anne Debus

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Wer fit ist, übersteht Operationen besser

Wie gut übersteht man eine OP, wie schnell kann man wieder nach Hause? Das hängt entscheidend davon ab, wie fit man zum Zeitpunkt der Operation ist. Unter anderem, weil das Liegen nach einer OP die Muskeln schnell schwinden lässt.

Diese Erkenntnis brachte Ärzte auf die Idee, den Fitnesszustand von Patienten vor einer geplanten OP mit einem individuellen Trainingsprogramm zu verbessern.

Der Fachbegriff dafür heißt "Prehabilitation" – vorbeugende Bewegung. Das Konzept ist eine Weiterentwicklung der "Rehabilitation", bei der die Bewegungstherapie zur Nachsorge eingesetzt wird.

Bewegungstherapie besonders vor Gelenkersatz wichtig

Besonders einleuchtend ist die Bewegungstherapie vor einer Gelenkersatz-Operation, in der man ein künstliches Knie oder eine künstliche Hüfte bekommt.

Denn wer schon lange Schmerzen im Gelenk hat, bewegt sich nicht mehr normal, die Muskeln bauen immer mehr ab. Nur eine kräftige Muskulatur schafft aber eine gute Ausgangsposition, um mit dem Kunstgelenk schnell wieder auf die Beine zu kommen.

Bewegung lindert Nebenwirkungen der Krebstherapie

Bewegungstherapie kann auch die Begleiterscheinungen einer Chemo- oder Strahlentherapie lindern. Dabei absolvieren die Patienten zum Teil sogar ein straffes Training unmittelbar vor oder nach einer Chemotherapie-Infusion.

Warum dadurch viele Patienten Chemo oder Bestrahlung deutlich besser verkraften, ist noch nicht ganz geklärt. Sicher ist aber, dass die Bewegung das Immunsystem stärkt und auf der psychischen Ebene hilft.

Denn Sport gibt Selbstvertrauen; Kranke erleben, dass sie noch selbst etwas für sich tun können. Zudem hilft ihnen der Kontakt zu anderen Betroffenen in den Sportgruppen.

Die Therapien zu bekommen, ist noch schwierig

All diese Erkenntnisse sind noch recht neu, viele Studien wurden erst im letzten Jahrzehnt veröffentlicht. Entsprechend wenige Angebote für Bewegungstherapie vor Operationen oder begleitend zur Krebsbehandlung gibt es bislang.

Wer sich dafür interessiert, sollte aber auf jeden Fall seinen Arzt darauf ansprechen.

Stand: 14.02.2020, 11:29