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Ein Mann unterwegs bei Dunkelheit

Sicher unterwegs auch im Dunkeln – wie man sich draußen vor Straftaten schützt

Stand: 03.12.2022, 00:00 Uhr

Viele Menschen fühlen sich bei Dunkelheit unsicher. Vor allem Frauen meiden abends bestimmte Parks und Plätze. Aber auch viele Männer haben im Dunkeln draußen Angst. In WDR 4 Mittendrin gibt ein Experte der Polizei Tipps, wie man sich schützen kann.

Von Anne Debus

Sicher unterwegs auch im Dunkeln – Schutz vor Straftaten

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 03.12.2022 16:20 Min. Verfügbar bis 03.12.2023 WDR 4


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Pfefferspray, Reizgas und Messer sind riskant

Um sich zu schützen, tragen fast vier Prozent der Bevölkerung Reizgas bei sich. Anderthalb Prozent haben sogar oft ein Messer dabei. Das hat vor kurzem eine Studie im Auftrag des BKA ergeben. Der Polizei macht diese Entwicklung Sorge, erzählt Kriminalhauptkommissar Markus Schettke von der Polizei Dortmund in WDR 4 Mittendrin.

Beim Pfefferspray besteht die Gefahr, dass Sie es gegen sich selber einsetzen. Weil Sie es ja auch nicht regelmäßig proben. Beim Messer ist es übrigens das Gleiche. Sie sind ja mit der Handhabung überhaupt nicht vertraut!“

Außerdem könne es leicht passieren, dass man damit einen Täter noch aggressiver macht: „Wenn der Pfefferspray abkriegt. Oder einen kleinen Schnitt hat. Dann ist die Gefahr einer Eskalation groß, und das wollen wir auf jeden Fall vermeiden.“

Von der Polizei empfohlen: Der Hand- oder Taschen-Alarm

Polizeiexperte Markus Schettke empfiehlt in unserer Sendung den Hand- oder Taschen-Alarm, auch Schrill-Alarm genannt: Ein kleines Gerät mit Batterie, das einen sehr lauten und schrillen Warnton von sich gibt. Damit kann man nicht nur einen Angreifer in die Flucht schlagen, sondern auch bei einem Unfall auf sich aufmerksam machen.

Solche Alarmgeräte gibt es schon in der Größe eines Schlüsselanhängers. Von sehr kleinen Geräten rät unser Studioexperte aber eher ab: Sie würden meist mit Knopfzellen betrieben, und diese Batterien hielten nicht lange genug. Er empfiehlt stattdessen etwas größere Handalarm-Geräte mit einem 9 Volt Block: „Dann wissen wir, die sind auch nach einem Jahr noch sehr gut zu gebrauchen.“

Selbstverteidigungskurse gut auswählen

Ein Selbstverteidigungskurs kann für alle Menschen hilfreich sein, unabhängig vom Alter. Allerdings sollte ein solcher Kurs auch Wissen vermitteln, nicht nur Kampftechniken. Und er darf vor allem nicht zu Selbstüberschätzung führen, warnt Kriminalhauptkommissar Markus Schettke.

Wenn es aber darauf hinausläuft, dass man eine selbstbewusste Körperhaltung entwickelt. Dass man weiß, wie Deeskalation geht. Dass man im Zweifelsfall Wertsachen herausgibt, um eine körperliche Auseinandersetzung zu vermeiden. Dann finde ich das Spitze!“