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Schlafstörung

Was tun (oder lassen), wenn im Alter Ihr Schlaf zum Problem wird?

Stand: 28.01.2022, 09:30 Uhr

  • Anspannung: Der Feind des Schlafes
  • Schlafhygiene – im Alter wichtiger denn je
  • Zurückhaltung bei Schlaftabletten!

Von Christoph Tiegel

Was tun (oder lassen), wenn im Alter Ihr Schlaf zum Problem wird?

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 29.01.2022 14:43 Min. Verfügbar bis 29.01.2023 WDR 4 Von Michael Westerhoff


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Zum Beispiel Monika. Sie ist fit und aktiv. Hat ein ausgefülltes Leben. "Die Schlafprobleme fingen nach meiner Trennung an", sagt sie. Dabei ist Einschlafen nicht ihr Problem. Aber ganz oft wird Monika mitten in der Nacht wach und wälzt sich dann stundenlang hin und her. Dann kreisen ihre Gedanken immer wieder um dieselbe Sache und sie kommt nicht zur Ruhe.

Außerdem hat sie herausgefunden: "Je älter ich werde, desto mehr wirken sich Nahrungsmittel auf mein Schlafverhalten aus." Knoblauch hält sie wach. Genau wie Wein, ob roter oder weißer: "Der führt dann mitten in der Nacht auf einmal zum Wachwerden durch Herzrasen, bis vor ein paar Jahren gab es das bei mir tatsächlich nicht." Monika achtet deshalb sehr darauf, was sie abends isst und trinkt.

Anspannung: Der Feind des Schlafes

Ansonsten versucht Monika, entspannter mit ihrer Schlaflosigkeit umzugehen. Früher habe sie sich verrückt gemacht und gedacht: "Die Nacht ist zum Schlafen da." Heute akzeptiert sie es, wenn sie nachts wach liegt, auch weil sie merkt, dass ihre Gesundheit offenbar nicht darunter leidet.

"Anspannung ist der Feind des Schlafes", sagt unser Studiogast, der renommierte Schlafforscher Dr. Hans Günter Weeß. Tatsächlich nähmen die Ein- und Durchschlafstörungen jenseits der 50 zu – als Folge organischer Erkrankungen. Oder als Nebenwirkung von Medikamenten. Mit zunehmendem Alter würden auch psychische Probleme wahrscheinlicher.

Schlafhygiene: im Alter noch wichtiger

Nicht zu spät und zu schwer essen, Alkohol vor dem zu Bett gehen nur sehr in Maßen trinken, nicht zu lange auf flimmernde Bildschirme schauen, sich stattdessen lieber müde lesen (mit nicht zu aufregender Lektüre) – konsequente "Schlafhygiene" wird mit zunehmendem Alter immer wichtiger. 

Vor dem laufenden Fernseher schläft es sich nicht tief und erholsam. Besser bleibt das Schlafzimmer dunkel, und – Empfehlung unseres Studiogastes - man unternimmt "Fantasiereisen", denkt z.B. intensiv an schöne Urlaube, an angenehme Erlebnisse mit Freunden oder Familie. Damit könne und soll man sein Gehirn positiv beschäftigen, "so dass es nicht auf dumme Gedanken kommt und auf Grübeleien".

Zurückhaltung bei Schlaftabletten!

Und wenn es auf die Art so gar nicht klappen will, der Geist einfach nicht zur Ruhe kommen, das "Gedankenkarussell" einfach nicht stoppen will – vielleicht doch Schlaftabletten nehmen? "Schlaftabletten sind immer eine symptomatische Behandlung", gibt Schlafforscher Dr. Hans Günter Weeß zu bedenken, "das geht nicht an die Ursachen". Schon deshalb solle man damit zurückhaltend sein. Auch weil Schlafmedikamente zu Gewöhnung und Abhängigkeit führen könnten, "auf jeden Fall mit dem Hausarzt sprechen, was man alternativ an Behandlungsmöglichkeiten hat."