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Mehr als Luft holen – entspannter durch bewusstes Atmen

Eine Frau atmet in die kalten Morgenluft.

Mehr als Luft holen – entspannter durch bewusstes Atmen

Von Anne Debus

  • Viele von uns atmen zu schnell und zu flach
  • Langsames und tiefes Atmen entspannt
  • Schon ganz einfache Übungen helfen

Mehr als Luft holen – Entspannter durch bewusstes Atmen

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 11.01.2020 15:47 Min. Verfügbar bis 10.01.2021 WDR 4 Von Anne Debus

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Wer langsam atmet, ist entspannter

Jeder von uns wird mit der Fähigkeit geboren, richtig zu atmen. Später aber steht uns oft unsere moderne Lebensweise im Weg: Stress und Hektik fördern eine zu schnelle und flache Atmung, die auf Dauer nicht optimal ist. Im Schnitt atmet ein Erwachsener etwa zehn bis 18 Mal in der Minute. Ideal wären im Ruhezustand aber eher sechs Atemzüge pro Minute. Studien zeigen nämlich, dass tiefes und ruhiges Atmen den Körper optimal mit Sauerstoff versorgt. Zudem wirkt es entspannend und beruhigend.

Schon einfachste Übungen helfen

Der erste Schritt zum langsameren Atmen ist, bewusst auf den eigenen Atemrythmus zu achten. Ertappt man sich bei schneller und flacher Atmung, hat man meist Stress. Eine kurze Atemübung kann dann erste Hilfe leisten, um sich zu beruhigen. Der Arzt Andreas Michalsen hat sich auf Naturheilverfahren spezialisiert. Er empfiehlt in solchen Fällen eine ganz einfache Übung: "Drei Mal oder fünf Mal tief Atem zu holen, einatmen, ausatmen. Nichts denken, nichts machen, einfach nur einatmen, ausatmen."

Vor allem auf das Ausatmen achten

Die Einatmung aktiviert den Körper eher: Der Herzschlag wird etwas schneller und der Blutdruck steigt leicht an. Beim Ausatmen dagegen verlangsamt sich der Herzschlag, der Blutdruck sinkt etwas ab und die Muskeln entspannen sich. Unter Stress atmen wir aber weniger aus, oder halten gar – wenn wir erschrecken – die Luft an. Unsere Studio-Expertin, die Atemforscherin Janika Epe, empfiehlt deshalb, sich auf das beruhigende Ausatmen zu konzentrieren: "Man kann einfach zählen, wie lang bei einem selbst der normale Atem fliesst. Und dann sagen: Okay, jetzt atme ich aus. Und zwar einen Moment länger, als ich vom Automatismus her ausatmen würde."

Durch die Atmung den Blutdruck senken?

Auf die Atmung zu achten kann helfen, hohen Blutdruck zu senken. Allerdings wirkt es nicht so direkt wie eine Blutdruck-Tablette. Es kann aber eine gute Stellschraube sein, sagt Atemexpertin Janika Epe: "Und vielleicht auch eine Methode, die einem bewusst macht, in welchen Situationen der Blutdruck hoch geht: Nämlich dann, wenn die Atmung flacher und schneller wird. Um solche Situationen vielleicht in Zukunft zu vermeiden."

 

Stand: 10.01.2020, 12:58