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Die Renaissance des Spaziergangs

Spazierengehen

Die Renaissance des Spaziergangs

Von Anne Debus

  • Durch Corona wird Spazierengehen zum Volkssport
  • Ein schneller Spaziergang ist fast schon Sport
  • WDR 4 gibt Tipps für schöne Spazierwege

Die Renaissance des Spaziergangs

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 20.03.2021 11:21 Min. Verfügbar bis 20.03.2022 WDR 4 Von Anne Debus


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Endlich mal 'Raus aus der Bude'

Homeoffice, homeschooling, abends fernsehen – im Lockdown spielt sich fast alles in den eigenen vier Wänden ab. Ein Spaziergang ist da eine willkommene Gelegenheit, mal vor die Tür zu kommen. Und das quer durch die Generationen.

Hannes aus Bochum zum Beispiel ist 21 und geht gerne im Dortmunder Rombergpark spazieren. Auf diese Idee wäre er vor Corona nicht gekommen, erzählt er uns:

"Man hat vorher was anderes machen können. Das fällt jetzt weg. Und irgendwie ist das Spazierengehen, das man früher so ein bisschen belächelt hat – das ist was für alte Leute –, das ist heute eins meiner größten Hobbys geworden."

Gesünder durch Spazierengehen

Spaziergänge sind erstaunlich gesund. Die Durchblutung verbessert sich, das Herz-Kreislauf-System wird trainiert, die Gelenke besser mit Nährstoffen versorgt.

Ein Spaziergang lässt sich auch leicht sportlich etwas 'aufpimpen'. Sportwissenschaftler Dr. Ingo Froboese empfiehlt: Einfach etwas schneller gehen, ideal sind vier Schritte auf einen Atemzug. Und Bänke im Park sind tolle Trainingsgeräte, etwa indem man sich im schnellen Wechsel hinsetzt und gleich wieder aufsteht:

"So kräftigt man die Oberschenkel, das Gesäß und die Wade. Also ein Training wie bei der Kniebeuge. Oder man kann sich auf die Bank setzen, ganz vorne auf die Kante, neigt den Oberkörper nach vorn und geht danach wieder ganz weit zurück." Mit dieser Pendelbewegung des Oberkörpers trainiert man Bauch und Rücken.

Es muss nicht immer der Stadtpark sein

Irgendwann ist man alle Wege gefühlte tausend Mal gegangen, und viele Parks sind überlaufen. Wie wäre es zur Abwechslung mal mit einem Spaziergang auf einem schönen alten Friedhof?

Unser Hörer Wilhelm aus Sundern etwa findet: Friedhöfe sind ein perfekter Ort zum Spazierengehen: "Erholung, nachdenken, sich besinnen... Gerade in der Coronazeit auch über die Vergänglichkeit. Wie schnelllebig wir geworden sind!"

Auch Birgit aus Sundern liebt Spaziergänge auf Friedhöfen, besonders auf historischen wie dem Arnsberger Eichholzfriedhof. Dort liest sie gerne die Grabinschriften, in denen früher auch der Beruf des Verstorbenen stand. "Das ist teilweise noch von 1700 bis zum heutigen Jahrhundert. Da steckt ein ganz schönes Stück Kulturgeschichte drin, finde ich."

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Stand: 19.03.2021, 10:12