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Plötzlich Pflegefall – was ist zu tun?

Eine Pflegerin und eine ältere Frau schauen zusammen aus einem Fenster, im Vordergrund ein Rollator

Plötzlich Pflegefall – was ist zu tun?

Von Christoph Tiegel

  • Sozialdienst berät in der Klinik
  • Unbedingt Hausarzt einbeziehen
  • Sich bei Organisation helfen lassen

Plötzlich Pflegefall – was ist zu tun?

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 30.01.2021 10:38 Min. Verfügbar bis 30.01.2022 WDR 4 Von Michael Westerhoff


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Vielleicht denkt man: Wenn die alten Eltern tatsächlich einmal pflegebedürftig werden, dann wird sich das irgendwann langsam abzeichnen. So dass man dann noch in Ruhe überlegen kann, wie man alles regelt.

Aber nicht selten passiert das mit der Pflegebedürftigkeit dann doch von jetzt auf gleich. Man bekommt einen Anruf aus dem Krankenhaus: Die Mutter oder der Vater ist nach einem Unfall und/oder einer Operation unversehens so schlecht zurecht, dass er oder sie nicht mehr einfach so nach Hause entlassen werden kann.

Wer kümmert sich dann? Wer unterstützt Angehörige bei der Suche nach einer passenden Pflegelösung im Anschluss an die Krankenhaus-Entlassung?

Unbedingt Hausarzt einbeziehen!

Erster Ansprechpartner für Betroffene bzw. deren Angehörige oder Betreuer ist in der Regel der Sozialdienst der jeweiligen Klinik. Der sei grundsätzlich in der Verantwortung dafür, dass die anschließende Versorgung zuhause gesichert sei, sagt Anke Richter-Scheer, Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe.

Was es dann konkret an Hilfsmitteln für die Pflege zuhause braucht: Rollstuhl? Pflegebett? Besondere Lagerungsmatratze? Zur Beantwortung solcher Fragen, so Anke Richter-Scheer, sollte aber unbedingt immer auch direkt Hausärztin oder Hausarzt des Betroffenen hinzugezogen werden. Auch bei der Frage nach dem passenden Pflegedienst.

Hausärzte-Vertreterin Anke Richter-Scheer: "Da haben wir, weil wir die Pflegedienste kennen, in der Regel mehr Erfahrung als die Sozialdienste."

Sich bei der Organisation helfen lassen

Sich dann ganz konkret um die ambulante Pflege zuhause oder um einen Kurzzeitpflegeplatz in einer Einrichtung zu kümmern, bleibt in der Regel die Aufgabe der Angehörigen bzw. eines gesetzlich bestellten Betreuers des Betroffenen.

All das ist anstrengend und unter Corona-Bedingungen oft noch schwieriger zu regeln, als schon in "normalen" Zeiten. Derzeit sind ambulante Pflegedienste manchmal selbst von Covid-Infektionen betroffen und deshalb personell geschwächt. Ein Kurzzeitpflegeplatz steht als Alternative pandemiebedingt auch nicht immer sofort zur Verfügung.

Umso mehr gilt: Man sollte sich nicht scheuen, Verwandte und Freunde um Hilfe zu bitten – zum Beispiel für die vielen Telefonate mit Krankenkasse, Ämtern oder Pflegediensten. Oder beim Ausfüllen von Anträgen. Und es gibt noch weitere Ansprechpartner: Die Pflegekassen haben einen Beratungsdienst. Und die Unabhängige Patientenberatung Deutschland berät kostenlos zu allen Themen rund um Behandlung und Pflege.

Stand: 29.01.2021, 13:00