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Wenn die Knochen einfach brechen – was tun gegen Osteoporose?

Stand: 08.07.2022, 10:30 Uhr

Man hebt eine Einkaufstüte an – und bricht sich einen Rückenwirbel. Osteoporose, also übermäßiger Knochenschwund, ist weit verbreitet. Bei WDR 4 Mittendrin klären wir, wie man die Krankheit behandeln kann. Und vor allem: Ihr vorbeugen!

Von Anne Debus

Wenn die Knochen einfach brechen – was tun gegen Osteoporose?

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 09.07.2022 16:31 Min. Verfügbar bis 09.07.2023 WDR 4 Von Anne Debus


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Eine schleichende Erkrankung

Von Osteoporose merkt man lange nichts. Es ist auch ganz normal, dass die Stabilität der Knochen mit dem Alter abnimmt. Diesen Schwund kann der Körper lange verkraften, bis die Knochendichte irgendwann eine kritische Grenze unterschreitet und der erste Knochen bricht.

Anlass dafür kann ein Sturz sein, oder auch nur eine Anstrengung wie schweres Heben. Im fortgeschrittenen Stadium können Brüche – etwa an Rückenwirbeln – sogar ganz ohne erkennbaren Auslöser auftreten. Das sollte man zum Anlass nehmen, auch an Knochenschwund zu denken und die Knochendichte messen zu lassen.

Wer besonders gefährdet ist

Der Abbau der Knochensubstanz mit dem Alter liegt vor allem am Rückgang bestimmter Hormone. Denn diese Hormone – Östrogen bei Frauen und Testosteron bei Männern – schützen die Knochen. Weil die Östrogenproduktion in den Wechseljahren massiv nachlässt, haben Frauen ein etwa vier mal höheres Risiko für Osteoporose als Männer.

Aber auch Männer sollten diese Krankheit auf dem Schirm haben, denn auch bei ihnen kommt es manchmal zu einem übermäßigen Rückgang des Testosterons. Und daneben gibt es noch andere Risikofaktoren, wie Rauchen, hohen Alkoholkonsum oder eine erbliche Vorbelastung, wenn ein Elternteil Osteoporose hat.

Gefährlich für die Knochen ist auch die Einnahme bestimmter Medikamente, etwa Kortison. Vor allem aber auch die Antihormonbehandlung bei Brustkrebs oder Prostatakrebs. Hier können Sie Ihr Osteoporose-Risiko überprüfen:

Wie man vorbeugen kann

Der beste Schutz vor Osteoporose sind: Bewegung - denn Belastung stärkt die Knochen – und eine calciumreiche Ernährung. Viel Calcium steckt z.B. in Milch und Milchprodukten.

Außerdem ist Vitamin D sehr wichtig; wir brauchen es, um Calcium aus der Nahrung aufzunehmen. Zudem ist es gut für die Muskeln und beugt so Stürzen vor. Unser Körper kann Vitamin D selbst bilden, es entsteht in der Haut, wenn wir sie der Sonne aussetzen.

Im Sommer haben die meisten von uns genug Vitamin D im Körper, im Rest des Jahres entsteht aber schnell ein Mangel. Dann sollten vor allem Ältere Vitamin D3 zusätzlich einnehmen, und zwar 1.000 internationale Einheiten (IE) am Tag. Denn mit dem Alter nimmt die Vitaminproduktion in der Haut stark ab.

Hilfe durch Medikamente

Auch wenn die Osteoporose und die ersten Knochenbrüche schon da sind, kann man etwas tun. Es gibt sowohl Medikamente, die den Knochenabbau verhindern, als auch Medikamente, die die Knochen wieder aufbauen. So lässt sich die Wahrscheinlichkeit für weitere Knochenbrüche deutlich senken.