Kevin und Jaqueline? – Wie Namen unser Leben beeinflussen

Portrait eines Säuglings, 6 Wochen alt

Kevin und Jaqueline? – Wie Namen unser Leben beeinflussen

Von Anne Debus

  • Internationale Namen können hinderlich sein
  • Altdeutsche Namen werden mit Bildung assoziiert
  • Bei triftigen Gründen kann man seinen Namen ändern lassen

Kevin und Jaqueline? Wie Namen unser Leben beeinflussen

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 23.02.2019 12:08 Min. WDR 4

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Renaissance von Sophie und Jakob

Namen vergangener Jahrhunderte wie Sophie, Ida, Jakob oder Otto sind seit einigen Jahren wieder stark im Kommen. Die Namensforschung hat eine Erklärung dafür: Generell kommen Vornamen etwa alle hundert Jahre wieder in Mode.

Außerdem ist es zur Zeit wieder 'in', Kinder nach ihren Groß- oder Urgroßeltern zu nennen. Für die Kinder ist das von Vorteil: Weil vor allem Akademiker die altdeutschen Namen wählen, werden sie mit hoher Bildung assoziiert.

Vorurteile gegen Kevin und Chantal

Wer Kevin, Justin, Chantal oder Mandy heißt, hat oft mit Vorurteilen zu kämpfen. So hat eine Umfrage unter Grundschullehrern ergeben, dass sie solche Namen eher mit  Leistungsschwäche und auffälligem Verhalten assoziieren.

Der Hintergrund: Solche internationalen und besonders die amerikanischen Vornamen werden häufig von Eltern mit geringerem Einkommen vergeben. In der Folge verknüpfen viele Menschen diese Namen mit geringerer Bildung, auch wenn das ein Vorurteil ist.

Gut nachdenken bei der Namenswahl

Eltern kommen manchmal auf absurde Vornamen. Der Dortmunder Standesbeamte Walter Ohsieck erzählt von einem werdenden Elternpaar, das sein Kind nach dem Ort der Zeugung nennen wollte:

"Da ich neugierig bin, wollte ich wissen, wo der Zeugungs-Ort war. Und die beiden kamen dann ganz freudestrahlend mit der Antwort raus: Im Beichtstuhl! Jetzt stellen Sie sich mal vor, das Kind kommt in die Schule und muss sagen: 'Ich heiße Beichtstuhl'!“

Unsere Studioexpertin Gabriele Rodriguez von der Namenberatungsstelle der Uni Leipzig empfiehlt: Eltern sollten überlegen, wie sie sich selbst mit dem betreffenden Namen fühlen würden. Und im Zweifel dem Kind zumindest einen ganz gewöhnlichen Zweitnamen geben, auf den es ausweichen kann.

Wann eine Namensänderung möglich ist

Bei Einbürgerung, Religions- oder Geschlechtswechsel hat man automatisch einen Anspruch auf Namensänderung. In allen anderen Fällen braucht man einen wichtigen Grund, etwa, dass der Name im Beruf hinderlich ist oder man seelisch unter ihm leidet.

Ansprechpartner für eine Namensänderung sind die Standesämter.

 

Stand: 22.02.2019, 00:00