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Die eigene Mietwohnung als Altersvorsorge

Symbolbild: Zwei lächelnde junge Menschen erhalten den Wohnungsschlüssel vom Vermieter

Die eigene Mietwohnung als Altersvorsorge

Von Christoph Tiegel

  • Kaufen und vermieten: guter Plan?
  • Niedrigstzins nur mit Eigenkapital!
  • Corona-Krise und Wohnungspreise

Die eigene Mietwohnung als Altersvorsorge

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 11.07.2020 12:33 Min. Verfügbar bis 04.07.2021 WDR 4


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Die eigene Immobilie als Altersvorsorge – da denkt man oft zuerst an das selbst bewohnte Einfamilienhaus. Aber man könnte eine Immobilie ja auch kaufen, um sie zu vermieten. Im besten Fall so, dass die Mieteinnahmen zunächst den Kredit finanzieren und später dann die Rente aufbessern. Dieser an sich gute Plan ging für den Käufer einer Eigentumswohnung in Dortmund bisher leider nicht auf. Bei uns in der Sendung berichtet er davon, dass er – inzwischen schon recht nah am Rentenalter – bei seiner Immobilie immer noch draufzahlen muss. Wie lassen sich solche Enttäuschungen möglichst vermeiden? Was sollte man beim Kauf einer Immobilie als Altersvorsorge generell beachten? Darüber sprechen wir in der Sendung mit einem Immobilienfachmann.

Niedrigstzins nur mit Eigenkapital

Manche Kreditinstitute bieten derzeit Vollfinanzierungen an. "Grundsätzlich sollte man mit Eigenkapital in so einen Immobilienerwerb hineingehen, in der Regel so 20 bis 30 Prozent sollte man mitbringen", sagt Uwe Erik Amaya vom Hauseigentümerverband Haus & Grund Rheinland. Nur dann werde man bei der Kreditaufnahme "diese historisch niedrigen Zinsen" tatsächlich bekommen. Allerdings seien auch die Kaufpreise in den letzten Jahren insgesamt deutlich gestiegen, hätten sich mancherorts sogar verdoppelt. Löhne und Gehälter seien nicht im gleichen Maße erhöht worden. Da müsse man schon sehr genau prüfen, so der Immobilienexperte, ob sich der Eigentums-Erwerb gerade auch zum Vermietungszweck "unterm Strich tatsächlich lohnt".

Corona-Krise und Wohnungspreise

Spürt man Corona am Immobilienmarkt? Bislang sieht Erik Uwe Amaya von Haus & Grund noch keine größeren Auswirkungen der Pandemie auf den Wohnungsmarkt. Grundsätzlich würden "weiterhin Wohnungen verkauft und gekauft". Allerdings gebe es im Vergleich zum Vorjahr schon einen deutlich spürbaren Rückgang bei der Eigentumsförderung in Nordrhein-Westfalen. Die würde in der Regel von Menschen mit eher geringerem Einkommen in Anspruch genommen und bei denen sei "die Sorge vor Kurzarbeit, Arbeitsplatzverlust oder sonstigen finanziellen Einbußen schon sehr groß". Deren derzeitige Kaufzurückhaltung hat sich aber offenbar noch nicht auf die Immobilienpreise ausgewirkt. Erik Uwe Amaya: "Wir stellen momentan noch keine Kaufpreissenkungen fest. Das kann sich allerdings im Laufe der Zeit noch ändern."

Stand: 10.07.2020, 12:04