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Durchblick im Medikamenten-Dschungel

verschiedene Tabletten auf einer Hand

Durchblick im Medikamenten-Dschungel

Von Anne Debus

  • Alle Verordnungen mit dem Hausarzt abklären
  • Offen sagen, wenn man Medikamente nicht nehmen möchte
  • Medikamenten-Boxen erleichtern die Einnahme

Durchblick im Medikamenten-Dschungel

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 26.10.2019 12:16 Min. Verfügbar bis 25.10.2020 WDR 4

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Der Hausarzt als 'Hamster'

Medikamente werden oft von verschiedenen Fachärzten verordnet. Der Orthopäde etwa verschreibt ein Mittel gegen Gelenkschmerzen, weiß aber vielleicht nicht, welche Präparate der Patient sonst noch nimmt oder ob er Nierenprobleme hat.

Den Überblick sollte der Hausarzt behalten. Unsere Studioexpertin Anke Richter-Scheer – Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe und selbst Ärztin – rät deshalb, den Hausarzt als 'Hamster' zu betrachten und alle Verordnungen dorthin mitzubringen.

"So versuche ich immer, das meinen Patienten begreiflich zu machen: Kommen Sie mit allem zu uns in die Praxis, wir sind ein Hamster. Wir sammeln und dann sortieren wir mit Ihnen zusammen."

Probleme offen ansprechen

Schätzungsweise die Hälfte aller verordneten Medikamente verstauben ungenutzt in der Schublade. Denn manchmal sind es einfach zu viele Pillen. Oder ein Mittel verursacht Kopfschmerzen. Oder man kriegt eine Tablette nicht herunter, weil sie groß ist.

All das sollte man dem Hausarzt sagen. Oft gibt es ein Mittel auch als Tropfen, oder die Tablette eines anderen Herstellers ist leichter zu schlucken oder verträglicher. Oder der Arzt entscheidet gemeinsam mit dem Patienten, welches Medikament er weglassen kann.

Nützliche Helfer: Medikamenten-Boxen

Grübelnd schaut man auf die Pillen-Packung. "Habe ich die nun heute morgen genommen oder nicht?“ Medikamenten-Boxen mit mehreren Fächern pro Tag helfen dabei, keine Tablette zu vergessen.

Es gibt sie auch in der digitalen Version, mit Zeitschaltuhr und Erinnerungsalarm. Durchaus eine Option, meint unsere Studioexpertin: "Wenn Patienten ein wenig verspielt sind und Spaß an Technik haben – warum nicht!"

Im Zweifel kommt der Pflegedienst

Eine Tablette morgens auf nüchternen Magen, eine andere vor jeder Mahlzeit, zwei weitere danach, wieder eine andere muss man im Stehen einnehmen – es kann der Moment kommen, an dem man mit der Medikamenteneinnahme überfordert ist.

Dann kann der Hausarzt den Besuch eines ambulanten Pflegedienstes verordnen. Entweder, um die Medikamenten-Box vorzubereiten. Oder auch mehrmals täglich, um die Medikamente direkt zu verabreichen.

 

Stand: 25.10.2019, 09:00