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Liebe meines Lebens – was Paare unzertrennlich macht

Glückliches Paar

Liebe meines Lebens – was Paare unzertrennlich macht

Von Christoph Tiegel

  • Lieblingslied und Lebensmotto
  • Mit Humor hält Liebe länger
  • Scheidungsrate nimmt ab

Liebe meines Lebens - was Paare unzertrennlich macht

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 08.02.2020 13:09 Min. Verfügbar bis 07.02.2021 WDR 4

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Lieblingslied und Lebensmotto

"Wir wollen niemals auseinander gehen", ein berühmter Schlager von Heidi Brühl, veröffentlicht im Jahr 1959: Das ist das Lieblingslied von Resi und Edgar Wilke aus Dortmund und ihr musikalisches Lebensmotto. Dieses Lied, IHR Lied, wurde natürlich gespielt zur Feier ihrer Diamantenen Hochzeit im vergangenen Jahr. Kennenlernen: 1957, Verlobung: 1958, Hochzeit: 1959 – und seitdem sind die Wilkes unzertrennlich, wenn auch gelegentlich geteilter Meinung. "Wir reiben uns schon mal ein bisschen, aber am anderen Morgen vergessen wir den kleinen Streit", sagt der 85jährige Edgar Wilke. "Unterschiedliche Temperamente" seien sie, die sich aber offenbar perfekt ergänzten, "zwei, die zusammen gehören und die auch gepasst haben". Wichtig sei es, an der Beziehung zu arbeiten, Kompromisse zu schließen und gemeinsam aktiv zu sein. Die Wilkes wollen weiter zusammen halten. Edgars Frau Resi, 82: "Eiserne Hochzeit, das sind ja 65 Jahre, auf jeden Fall! Und noch viele Urlaubsreisen. Und vielleicht die Gnadenhochzeit dann auch noch."

Mit Humor hält Liebe länger

Wie kann eine Liebesbeziehung dauerhaft gelingen? "Das Allerwichtigste ist, dass wir einen respektvollen Umgang auch bei Konflikten haben", sagt unser Studiogast Dr. Wolfgang Krüger, Psychotherapeut und Buchautor ("So gelingt Liebe – auch wenn der Partner nicht perfekt ist"). Diese Erkenntnis habe sich mittlerweile durchgesetzt in der Beziehungsforschung. "Wir dachten früher, es kommt vor allem darauf an, dass man miteinander redet. Mittlerweile wissen wir, es kommt vor allem auf eine gute Stimmung an." Wichtig in einer langjährigen Partnerschaft sei immer Humor. Denn:"Schwierigkeiten gibt es immer, aber ich muss gelegentlich Probleme weglachen." Meist funktionierten solche Beziehungen am besten, die beiden Partnern neben viel vertrauensvoller Nähe auch genügend Freiraum ließen für "ein eigenes Leben, also eigene Interessen, eigene Freundschaften – damit auf Dauer die Beziehung lebendig bleibt". Bei der Partnersuche, so der Beziehungs-Experte folgten Frauen wie Männer in der Regel automatisch einer Art "innerem Drehbuch" und verliebten sich dort, "wo es eigentlich passt". Beziehungs-Experte Krüger: "Wir gehen davon aus, dass 90 Prozent aller Menschen schon mit dem richtigen Partner zusammen sind."

Scheidungsrate nimmt ab

Grundsätzlich finden sich also die "Richtigen": steht das nicht in gewissem Widerspruch zu notorisch hohen Scheidungsraten? Da berichtet unser Studiogast von einer Trendwende. Seit etwa sieben Jahren nehme in Deutschland die Scheidungsrate ab. Die durchschnittliche Ehedauer sei "von zwölf auf mittlerweile 14 Jahre" gestiegen. Wolfgang Krüger: "Wir bemerken, dass Ehen eigentlich immer besser werden und die Betreffenden verstehen, wie man eine gute Liebesbeziehung führt." Die Beziehungsforschung hat entsprechend auch dazu gelernt: "Wir wissen, dass manchmal in einer Partnerschaft das Schweigen wichtiger ist als das Reden." Unbedingt ansprechen müsse man gegenüber dem Partner/der Partnerin "alle Dinge, die mich länger als drei Tage ärgern". Entscheidend sei dabei aber das "Wie". Beziehungs-Experte Krüger: "Ich muss gucken, entspanntere Situationen von Wertschätzung herzustellen." Wenn dann noch beide grundsätzlich kompromissbereit seien, nicht nur Forderungen stellen, sondern im Gegenzug auch Angebote machen könnten, dann funktioniere das meist "erstaunlich gut". Auch in eine jahrzehntelange Beziehung könne bei entsprechendem beidseitigen Engagement ein "Frühling der Liebe" hineinkommen.  

 

Stand: 07.02.2020, 09:14