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Gute Nachrichten aus der Medizin: Viele Krankheiten verlieren ihren Schrecken

Konzeptbild  viralen Prostatakrebs

Gute Nachrichten aus der Medizin: Viele Krankheiten verlieren ihren Schrecken

Von Anne Debus

  • Neue Therapien schenken Krebspatienten mehr Lebenszeit
  • Die Krebsbehandlung wird immer verträglicher
  • Das Leben mit Diabetes wird einfacher

Viele Krankheiten verlieren ihren Schrecken

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 18.07.2020 14:37 Min. Verfügbar bis 18.07.2021 WDR 4

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Krebspatienten überleben heute viel länger als früher

Die Diagnose 'Krebs' ist heute nicht mehr automatisch ein Todesurteil. Bei praktisch allen Krebsarten steigt die Überlebenszeit deutlich an. Patienten leben nach einer Krebsdiagnose heute etwa sechs mal länger als noch vor 40 Jahren.

Unser Studiogast, Professor Jürgen Wolf, ist ärztlicher Leiter des Centrums für Integrierte Onkologie an der Uniklinik Köln. Er geht davon aus, dass Krebs immer mehr von einer tödlichen zu einer chronischen Krankheit wird, mit der man jahrelang leben kann.

Die "zielgerichtete" oder "personalisierte" Krebstherapie

Hinter diesem neuen Ansatz der Krebsbehandlung steckt die Erkenntnis, dass es nicht EINEN Lungen-, Darm- oder Brustkrebs gibt, sondern viele verschiedene Ausprägungen der Krankheit, jeweils verursacht von einer speziellen Genmutation, die eine Zelle bösartig werden lässt.

Gegen immer mehr solcher Mutationen gibt es gezielt wirkende Medikamente, mit denen man den Krebs punktgenau bekämpfen kann. Professor Jürgen Wolf berichtet in unserer Sendung von bahnbrechenden Erfolgen. Zum Beispiel bei Lungenkrebs, der schon Metastasen gebildet hat:

"Diese Patienten hatten noch vor wenigen Jahren eine mittlere Überlebenszeit von nur einem Jahr." Dank der personalisierten Therapie sei ihre Überlebenszeit drastisch gestiegen. "Es gibt Patienten, die leben schon acht oder neun Jahre, nur mit einer Tablette am Tag. Und die leben gut, mit wenig Nebenwirkungen und hoher Lebensqualität."

Auch das Leben mit Diabetes wird leichter

Etwa sieben Millionen Menschen in Deutschland leiden an Diabetes, ihre Bauchspeicheldrüse produziert nicht genügend Insulin. Auch hier gibt es für die Patienten immer mehr Erleichterungen.

Früher musste man sich etwa mehrmals täglich in den Finger stechen, Blut herausdrücken und an ein Messgerät halten. Heute übernimmt das alles ein knopfförmiger Sensor im Oberarm, erzählt uns Diabetes-Patient Michael Schneider:

"Der misst die ganze Zeit für mich und wenn etwas schief geht, kriege ich auf meinem Handy einen Alarm. Das Schöne ist, ich kriege auch eine Blutzuckerkurve. Jetzt sehe ich: Es geht runter. In einer Stunde kann ich dann mal einen Keks essen, ohne das ich was spritzen muss. Bei dem alten Gerät wusste ich das nicht."

Stand: 17.07.2020, 09:31