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Klimaschutz im Kleinen? Persönliche Stellschrauben gibt es genug!

Sonnenenergie

Klimaschutz im Kleinen? Persönliche Stellschrauben gibt es genug!

Von Christoph Tiegel

  • Weniger Fleisch – und Obst zur rechten Zeit
  • Strom sparen – Geräte nicht im Standby-Modus laufen lassen
  • Ein ganzes Dorf setzt auf Sonnenenergie

Klimaschutz im Kleinen? Persönliche Stellschrauben gibt es genug

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 11.09.2021 12:20 Min. Verfügbar bis 11.09.2022 WDR 4 Von Michael Westerhoff


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Vergleichsweise wenige stehen gerade vor der Anschaffung eines neuen Autos oder wollen gar ein Haus bauen. Dabei könnte man ja (oft mit staatlichen Zuschüssen) technische Grundsatzentscheidungen für das Klima treffen. Abseits davon gibt es aber vieles, was wir alle ab sofort tun (oder lassen) können, um Beiträge zum Klimaschutz zu leisten. Unser Studiogast Detlef Reepen aus der WDR-Wissenschaftsredaktion spricht von "kleinen Maßnahmen gegen die Erderwärmung" und liefert gerne ein paar alltagstaugliche einfache Beispiele.

Weniger Fleisch – und Obst zur rechten Zeit

Die Fleischproduktion (vor allem Rindfleisch in konventioneller Massentierhaltung) trägt ganz erheblich zur Erderwärmung bei. Tendenziell geht der allgemeine Fleischkonsum schon zurück. "Es fällt den Leuten gar nicht so schwer, heutzutage nicht mehr Unmengen von Fleisch zu essen, sondern es als etwas Besonderes zu empfinden", sagt Detlef Reepen. Und wer weniger (oder kein) Fleisch isst, schont das Klima.

Noch ein klimafreundlicher Ernährungstipp: "Obst und Gemüse essen, wenn sie Saison haben!" Bevorzugt natürlich Obst und Gemüse aus regionalem Anbau, mit entsprechend kurzen Transportwegen. Bei exotischen Früchten (beispielsweise Mango oder Ananas) könnte man zumindest darauf zu achten versuchen (im Zweifel beim Händler nachfragen!), dass diese nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Schiff transportiert wurden.

Strom sparen nur ohne "Rebound-Effekt"

Stand heute sei die Stromerzeugung "für den größten Teil an Treibhausgasen verantwortlich", sagt Detlef Reepen. Dabei nehme der private Stromverbrauch nicht nennenswert ab – trotz ständig steigender Energieeffizienz bei Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten. Das liege am so genannten "Rebound-Effekt" – also einem unerwünschten "Rückschlag": Weil die neuen Geräte ja so wenig verbrauchen, würden sie in vielen Haushalten unbekümmert länger laufen gelassen. "Wenn wir das Klima wirklich schützen wollen, müssen wir runterkommen von dem Verbrauch – also: hinter sich immer Geräte, Fernseher, Licht usw. ausschalten!"

Ein ganzes Dorf setzt auf Sonnenenergie

"Ökostrom kaufen!", empfiehlt WDR-Klimaschutz-Experte Detlef Reepen. Ein guter aber auch kostspieliger Tipp, oder? – Tatsächlich sei Ökostrom noch etwa zehn Prozent teurer als "Normalstrom". Das werde sich aber schon sehr bald ändern, so Detlef Reepen, wenn nämlich die Ökostromanbieter sinnvollerweise von der EEG-Umlage befreit würden. Damit wäre dann der letzte Preisunterschied praktisch beseitigt.

Wie man sich in Sachen Ökostrom aus "eigener" Herstellung kostensparend zusammen tun kann, das zeigt ein schönes Beispiel aus dem Kreis Coesfeld. In Nottuln-Schapdetten hat ein ganzes Dorf beherzt das Thema Solarenergie angepackt. Erklärtes Ziel: Mit Sonnenstrom energiemäßig quasi autark werden. Die ersten Schritte auf diesem Weg sind in Schapdetten jedenfalls schon gemacht.  

Stand: 10.09.2021, 09:53