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Wie man auch kinderlos erfüllt und glücklich leben kann

Schild: Mutter ohne Kind

Wie man auch kinderlos erfüllt und glücklich leben kann

Von Christoph Tiegel

  • Fester Halt in Partnerschaft und Familie
  • Freiheiten bewusst genießen
  • Sentimentale Gefühle zulassen

Wie man auch kinderlos erfüllt und glücklich leben kann

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 27.03.2021 14:19 Min. Verfügbar bis 27.03.2022 WDR 4 Von Michael Westerhoff


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Fester Halt in Partnerschaft und Familie

Unerfüllter Kinderwunsch kann viele Ursachen haben. Häufig ist er eine große psychische Belastung, wie eine Betroffene in unserer Sendung erzählt: "Als ich 22 war, ereilte mich ein Schicksalsschlag, der so weit ging, dass ich keine Kinder haben durfte. Das hat in mir eine ganz große Traurigkeit ausgelöst." Zum Glück seien da ihre Familie und ein ganz lieber Partner an ihrer Seite gewesen, die ihr klar machen konnten: "Du musst damit zu leben lernen."

Das ist der heute 65-Jährigen geglückt. Sie konnte akzeptieren, dass ihre Traurigkeit nie vollständig verschwinden wird. Dass Kinderlosigkeit kein Thema ist, das man einfach irgendwann abschüttelt. Wenn es in einer Diskussion über Kinderziehung plötzlich heißt: "Du kannst da gar nicht mitreden, du hast ja selbst gar keine eigenen Kinder – das tut weh." Gerade wenn man sich eigentlich mitfreuen möchte über das Kinder- und Enkelglück im Freundeskreis.

Freiheiten bewusst genießen

Paare ohne Kinder werden von ihrem Umfeld gelegentlich für egoistisch gehalten – oder für bedauernswert. Dabei ist Kinderlosigkeit nicht immer Schicksal und wird auch oft nicht als Mangel empfunden. "Bei mir gab es noch nie einen Kinderwunsch", berichtet eine Frau in unserer Sendung.

Ihr Mann stimmt ihr zu, wenn sie sagt: "Ich finde, dass wir als Paar ein ganz tolles Leben haben ohne Kinder. Wir sind sehr viel auf Reisen. Wir konnten uns beide beruflich selbst verwirklichen. Ich glaube, wir haben alles ausgenutzt, was die Kinderlosigkeit bietet und leben das in vollen Zügen aus."

Sentimentale Gefühle zulassen

Ob aus freien Stücken oder ungewollt – auf Dauer ist es allerdings manchmal gar nicht so leicht, kinderlos zu leben. Tendenziell falle das den Frauen schwerer als den Männern, sagt die Kinderwunschexpertin Ilka Sterebogen.

"Die meisten Frauen leiden natürlich ganz klar, solange sie noch in der fruchtbaren Zeit sind. Also wo sie wirklich noch die monatlichen Hinweise bekommen: Hey, da könnte was passieren! Aber es ist nichts passiert." Einfacher werde es meist mit den Wechseljahren.

Das schließe aber nicht aus, dass das leidige Thema Kinderlosigkeit später noch mal wiederkehrt. "Wenn andere, vielleicht die Freundinnen, Großeltern werden, die Enkelkinder da sind, dass sie dann nicht noch mal sentimental werden: Mensch, das hätte ich auch gerne erlebt!"

Nichts ist verkehrt an solchen Gedanken und Gefühlen – außer vielleicht, sich mit Macht gegen sie zu stemmen. Ilka Sterebogen: "Was ich empfehlen würde, ist tatsächlich, diesen Prozess bewusst zu durchleben. Und nicht ihn wegzuschieben, weil dann kann man auch das spätere Erleben ja als Sentimentalität erleben und nicht nochmal als Krise oder herben Rückschlag."

Stand: 26.03.2021, 09:44

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