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Kaminöfen: Knisternde Gemütlichkeit nicht nur zur Weihnachtszeit

Kaminfeuer

Kaminöfen: Knisternde Gemütlichkeit nicht nur zur Weihnachtszeit

Von Christoph Tiegel

Draußen knackige Kälte. Drinnen knisternde Wärme. Ein Kaminofen: Für viele Menschen ist das ja geradezu der Inbegriff von Gemütlichkeit. Vor dem Kauf und beim Betrieb eines Ofens gibt es allerdings einiges zu beachten. Am besten fragen Sie den Schornsteinfeger Ihres Vertrauens. 

Kaminöfen: Knisternde Gemütlichkeit nicht nur zur Weihnachtszeit

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 22.12.2018 12:46 Min. WDR 4

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Ohne Schornstein geht gar nichts

Wer in seiner Wohnung oder seinem Haus einen Kaminofen betreiben will, braucht zunächst mal einen funktionstüchtigen Schornstein. Ohne den geht nichts, sagt unser Studiogast, der Dortmunder Schornsteinfegermeister Andreas Quentmeier. Er und seine Schornsteinfegerkollegen sind gute erste Ansprechpartner, wenn es um das Thema "Heizen mit Holz" geht. Es braucht jedenfalls fachkundigen Rat, um aus dem reichhaltigen Angebot von Kamin- oder Kachelöfen den auszuwählen, der nicht nur optisch, sondern auch von technischer Bauart und Leistung optimal zum eigenen Zuhause passt. Der also z.B. nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel Heizwärme liefert. Ganz wichtig ist die hinreichende Sauerstoffzufuhr. Das ist oft ein Problem in modernen, durch die Wärmedämmung nahezu "luftdichten" Gebäuden.

Heizen mit Holz und der Emissionsschutz

"Wir haben seit 2010 schärfere Abgasbestimmungen, die im Bundesemissionsschutzgesetz geregelt sind", sagt Schornsteinfegermeister Quentmeier, und daran müsse man sich als Kaminofenbetreiber natürlich halten. Außerdem dürfe es für die umliegenden Nachbarn nicht zu unzumutbaren Rauch- und Geruchsbelästigungen kommen. Ob die äußeren Bedingungen für einen zulässigen Kaminofenbetrieb gegeben sind, lasse sich meist ohne größeren Aufwand in einem Vorgespräch mit dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger klären.

Lassen sich durch einen nachträglich eingebauten Kaminofen Heizkosten sparen? Grundsätzlich ja, sagt der Schornsteinfeger, "wenn Sie den Kamin auch häufig benutzen, aber dann muss auch die Regelung Ihrer Heizungsanlage darauf abgestimmt sein."

Umwelt- und Gesundheitsbedenken

Alte Kaminöfen erzeugen zu viel Feinstaub

Alte Kaminöfen erzeugen zu viel Feinstaub

Über 12 Millionen so genannte Kleinfeuerungsanlagen gibt es derzeit in Deutschland und die tragen in erheblichem Maße zur allgemeinen Feinstaubbelastung bei. Lungenfachärzte warnen insbesondere vor leichtem Feinstaub, wie er aus Kaminöfen kommt. In einer aktuellen Broschüre des Umweltbundesamtes zum Thema "Heizen mit Holz" heißt es: "Gerade beim Verbrennen minderwertigen Holzes in alten, schlecht gewarteten Öfen und bei ungünstigen Verbrennungsbedingungen entstehen unnötig viele Emissionen: Treibhausgase, die das Klima schädigen, und Schadstoffe, die die Gesundheit belasten." Prinzipiell und "richtig verwendet" sei Holz "ein umweltgerechter Brennstoff". Allen potentiellen (und bereits aktiven) Kaminofenbetreibern gibt die Behörde mit auf den Weg: "Mit gut aufbereitetem Holz aus Ihrer Region, einer modernen Feuerstätte und einer sachgerechten Handhabung können Sie dazu beitragen, dass Ihr Holzofen oder Holzkessel für behagliche Wärme sorgt und die Umwelt nicht allzu sehr belastet."

Stand: 21.12.2018, 00:00